Zwischen Empörung und Freude

Die künftige Wohnanlage am Park in Kauschwitz darf mit Fug und Recht als hochwertig bezeichnet werden. Kritiklos blieben die Pläne vor allem bei Anwohnern nicht.

Kauschwitz Stadtvillen - das klingt nach Wohnraum für Besserverdienende und ist es wohl auch. Ärzte oder Akademiker soll es in die Region ziehen, so die Absicht des Investors. Am Montag stellte Ulrich Giering im Auftrag der Stadtverwaltung das Projekt den Mitgliedern des Stadtbau- und Umweltausschusses und des Wirtschaftsausschusses vor. Laut Bauantrag entstehen auf dem Areal des einstigen und inzwischen abgerissenen Wohnheims für Gastarbeiter fünf Einzelgebäude mit jeweils drei Wohnungen. Die Grundfläche ist mit 12.000 Quadratmetern durchaus bemerkenswert. Die dreietagigen Gebäude mit quadratischem Grundriss verfügen über eine gemeinsame Zufahrt, eine Tiefgarage und seien mit Blick auf die Straßenbahnhaltestelle Plamag auch zentral gut erschlossen, stellte Giering Details vor. Mehr oder weniger am Rande wurde allerdings erwähnt, dass für das Bauvorhaben Flächen "entwidmet" werden mussten. Genauer gesagt handelt es sich um Baumbestand. Und hier setzt auch die Kritik der Anwohner an. Man sei erst sehr kurzfristig schriftlich über das Gesamtprojekt informiert wurden, schlimmer noch: Bevor die Frist für einen möglichen Einspruch abgelaufen sei, wurden zahlreiche Bäume gefällt. Aus Sicht einiger Kauschwitzer sogar mehr als erforderlich gewesen wären.
Mitte Februar sei die Genehmigung für das Fällen erteilt worden, inzwischen hätten die Arbeiten begonnen, räumt Gierling ein. Die Nachricht sei von den Anwohnern mit einer Mischung "zwischen Empörung und Freude" aufgenommen wurden.
Der Kauschwitzer Ortsvorstehr und CDU-Stadtrat Ingo Eckardt bestätigte, dass die Baumfällungen und die "Kompaktheit‘" der Bebauung - ursprünglich waren sieben Gebäude geplant - zu Verärgerung geführt hätten. Ebenfalls moniert wurde die dreigeschossige Bauweise, die als zu hoch angesehen wurde und die vorgesehenen Flachdächer angesichts der sonst in der Gegend üblichen Spitzdächer. "Man hätte die Leute mehr mitnehmen und einbeziehen müssen", so Eckardt in Richtung Stadtverwaltung.
Einigen Stadträten der Linken war trotz Maskenpflicht ihr Zweifel anzusehen, ob derartige "Luxusbauten" überhaupt Sinn machen. Baubürgermeisterin Kerstin Wolf bestätigte allerdings, dass der Bedarf auch in Plauen recht hoch sei. top