Zwei Vogtländer kehren mit Band zurück

Plauen/Frankfurt am Main - Musik schlägt Brücken und über diese kommen zwei Vogtländer, die ausgezogen sind, ihre eigene Welt zu erobern, in die Heimat zurück - mit der Frankfurter Punkrock-Band The Keen Reeves am Samstag.

 

Die Rede ist vom 27-jährigen Marcus Taubert und dem 23 Jahre alten Sebastian Hütter, der eine waschechter Plauener, der andere Reichenbacher Ursprungs. Beide haben sich rein zufällig Ende 2007 in Frankfurt/Main kennen gelernt. "Wir verstanden uns auf Anhieb, auch wegen unseres Hobbys, dem Gitarre spielen", erzählt Marcus, der als Lektor in einem Frankfurter Verlag arbeitet. Bei der Silvesterfeier in Jahr 2009 hatte er die zündende Idee, in Frankfurt eine Band zu gründen. "Und Basti war gleich Feuer und Flamme. Lange suchten wir nach einem passenden Namen, bis wir uns schließlich für The Keen Reeves entschieden, was frei übersetzt etwa bedeutet ?die netten/lustigen Vögte? - eine Hommage an unsere geliebte Heimat", erzählt der Plauener, der nach der Clara-Zetkin-Schule (heute Reusaer Schule) sein Abi im Jahr 2000 am - nicht mehr vorhandenen - Einstein-Gymnasium machte, weiter. Basti ist seinen schulischen Weg an der Dittes-Mittelschule in Reichenbach gegangen. Und die Stimmungskanone der Band hat?s schon weiter gebracht als die anderen: Er ist als einziger verheiratet - seit Januar mit einer Frankfurterin.

"Schon nach kurzer Zeit", so blickt Marcus zurück, "fanden wir dann schließlich unseren Schlagzeuger, den Jan (22), der ein echter Frankfurter Jung ist. Wir spielten einige Monate in dieser Besetzung, bis wir im August 2009 endlichen den passenden Bassisten fanden, den Ben (29) aus Würzburg. Er wurde mir eines Tages als neuer Arbeitskollege vorgestellt, arbeitet im Verlag als Grafiker. Basti, unser Lead-Gitarrist, Rammstein- und In Extremo-Fan, ist im Übrigen in der Zentrale der Commerzbank angestellt. Jan studiert gerade Film- und Animationstechnik an der Frankfurter School of Audio Engineering (SAE). Das ist ein privates Institut für Tontechnik, Mediendesign und Filmschnitt. Er ist zwar der Jüngste in der Band, doch zweifellos unser Technik-Experte. Er hat schon vorher als Drummer in einer Band mitgespielt."

Die Band hat noch keinen Plattenvertrag, lediglich ein Demo-CD, die in Jans Kellerstudio aufgenommen wurde. Auf die Scheibe war Radio Darmstadt (RadaR) aufmerksam geworden, und spielte den TKR-Song "See You Crying" in seinem Programm. "Mittlerweile haben wir diesen Song auch professionell aufgenommen, und mit der SAE Frankfurt drehen wird dazu Anfang Juli ein Musikvideo", erzählt Marcus, TKR-Frontmann und Songschreiber weiter. Der Spaß an der Musik habe die vier Jungs schon einiges an Euro gekostet. "Wir haben jetzt auch von den Instrumenten her einen Standard erreicht, mit dem wir zufrieden sind. Immerhin wollen wir den Zuhörern etwas bieten", sagt Marcus.

The Keen Reeves spielen ihren ganz eigenen Sound und werden diesen jetzt endlich auch der Welt außerhalb ihres Proberaums zum Besten geben. Der kommenden Samstag ist ihr großer Tag. Im Plauener "Lifestyle" in der Forststraße haben sie mit einem Konzert ab 21.30 Uhr ihren ersten öffentliche Auftritt als Band. "Wir haben uns ganz bewusst Plauen für unser Debüt ausgesucht. Dann wird die Hütte gerockt, bis die Wände zittern. Aber es gibt auch leise Songs, die von Liebe und Freundschaft und unserem eigenen Leben in den 90er Jahren und dem Alltag heute erzählen", schildert Marcus, der seine Einfälle für die Texte deutsch niederschreibt und dann ins Englische übersetzt. "Englisch gefällt mir einfach als Musiksprache besser." Zwölf eigene und drei Coversongs haben die Punkrocker in ihrem Repertoire, ausreichend für rund zwei Stunden toller Musik. Mit dem Konzert bauen die Vogtländer dem Frankfurter und Mainfranken, die übrigens stolz das "Vögte"-T-Shirt tragen, eine Brücke nach Plauen. Denn da waren Jan und Ben noch nie. Und auch nicht die Freunde, die mitkommen werden. Geplant sind weitere Konzerte um Frankfurt und in Würzburg, ein Brückenschlag wiederum für die beiden Vogtländer. M. T.