Zwei unvergessliche Erlebnisse

Morgen steht im englischen Königshaus die Traumhochzeit von Prinz William und Kate Middleton an. Milliarden Menschen werden sich - so die Prognosen - live an den TV-Bildschirmen zuschalten. Und live in London dabei sein werden auch Sylvia und Bernd Ziegler Zieger aus Obermarxgrün.

 

Obermarxgrün - Wenn sich Prinz William und seine Angebetete Kate Middleton morgen um 12 Uhr das Ja-Wort in der Westminster Abbey geben, dann verfolgen sicherlich auch viele Vogtländer die Hochzeitszeremonie. Laut Schätzungen sollen die Feierlichkeiten mit rund 12 Millionen Euro zu Buche schlagen, "nur" 120 000 Euro wollen Kates Eltern beisteuern. Einige Zehntausende werden zusätzlich die Straßen, Parkanlagen und Plätze in London säumen, wenn die Braut vom Buckingham Palace über den prächtigen Straßenzug "The Mall", vorbei am Parliament Square, chauffiert wird. In der berühmten altehrwürdigen Londoner Kirche wird dann gegen 11 Uhr die einstündige Trauung beginnen. Danach geht es für das frischvermählte Paar per Pferdekutsche zurück zum Palast der Königsfamilie, wo ein Empfang mit ausgewählten Gästen auf dem Programm steht.

Sich die Traumhochzeit des Jahres nicht entgehen lassen wollen auch Sylvia und Bernd Zieger aus Obermarxgrün. Doch dies wusste bis gestern nur der Ehemann selbst: "Eine Riesenüberraschung! So etwas vergisst man im Leben nicht" - Sylvia Zieger ist noch immer aus dem Häuschen. Gestern zum Frühstück hat Bernd die Karten auf den Tisch gelegt - im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Frau erfuhr, dass beide heute in aller Frühe nach London fliegen - und die königliche Hochzeit von William und Kate morgen als Zuschauer miterleben.

"Seit der Kindheit hegt meine Frau den Spleen mit den Königshäusern", erklärt Bernd Zieger, "an vorderster Stelle steht das englische, weil es das schillerndste ist." Die Freude ist ihm anzumerken über die Freude, die er seiner Frau bereitet hat. Der 55-Jährige sorgt auch beruflich für Gaudi - er verleiht Hüpfburgen. Jedes Jahr fahren beide zweimal in den Urlaub, England hatte bisher als Ziel noch gefehlt.

"Ich interessiere mich für die alten Familien, ihre Geschichte und die Werte, die sie weitergeben",sagt die Frau des Hauses. Die 52-Jährige arbeitet beruflich als OP-Schwester in der Paracelsus-Klinik Adorf. Mit Sorge sehe sie, wie die Traditionen immer mehr Stress und Hektik zum Opfer fallen. Wie Queen Elizabeth es sich nicht aus der Hand nehmen lässt, wer als nächster den Thron besteigt, beeindruckt die Ziegers.

Very relaxt genießt das Obermarxgrüner Paar den Kaffee im Wintergarten, keine Spur von Reisehektik. Für alles hat Bernd Zieger vorgesorgt - Flug- und Railway-Tickets, Hotelbuchung sowie Eintrittskarten sind übers Internet vorbestellt. Nach der königlichen Hochzeit wollen sie Schloss Windsor und den Tower besichtigen - egal, ob dort die Kronjuwelen ausgestellt sind oder von der Queen gerade getragen werden. Gebucht sind Stadtrundfahrt und Themse-Schiff.

Heute früh, 3 Uhr, geht die Reise zunächst nach Nürnberg. Von dort fliegt das Paar mit Airberlin nach Gatwick Airport, dem zweitgrößten Flughafen Londons. In dem Ort im Dunstkreis der Megacity bezieht es das Ibis-Hotel. Von Gatwick gibt es schnelle Zugverbindungen zur Victoria Station im Herzen der Hauptstadt. Zwischen Westminster Abbey, Mall und Buckingham Palace - der Route des Hochzeitszugs - wollen sie heute schon "einen schönen Fleck zum Zuschauen" suchen und morgen nach dem English Breakfast sehr früh dahin aufbrechen. Elf Uhr heiraten William und Kate in Westminster. Der Zuschauerandrang dürfte gewaltig sein - obwohl englische Medien berichten, dass sich ein Teil der Londoner rechtzeitig vor dem Trubel zum Urlaub in die Südsee abgesetzt hat.

"Wir haben keine übertriebenen Erwartungen, wie nahe wir an die Royals herankommen", hält Bernd Zieger den Ball flach. "Wichtig ist uns, das Flair mitzuerleben, die Kutschen zu sehen und wie die Straßen geschmückt sind. "Dass ich die königliche Familie wirklich vor Augen habe, wäre das I-Tüpfelchen", wagt Sylvia Zieger zarte Hoffnung. Soviel wie die Fernseh-Zuschauer auf dem Sofa werden die London-Besucher auf jeden Fall mitbekommen, dafür sorgen viele Großbildschirme in der Stadt. Vorsorglich wird zu Hause in Obermarxgrün das Aufnahmegerät laufen und das Spektakel auf DVD konservieren. Zusätzlich bewahrt die Erinnerung ein Hochzeits-Souvernir, das beide unbedingt erstehen wollen. Was das sein wird, soll die Gelegenheit entscheiden. Sylvia Zieger denkt an etwas "in Setzkastengröße", ihr Mann an eine Ritterrüstung, welche im Wintergarten stehen könnte. Sonntagnacht, wenn die beiden Obermarxgrüner wieder daheim eintrudeln, geht eine unvergessliche Reise zu Ende, nach der sich beide Montagfrüh wieder unverzagt in den Arbeitsalltag stürzen müssen.