Zwei Titel zum Comeback

Der nach eigenen Angaben "alte Horst" ist wieder da. Besser formuliert - der Junggebliebene. Der Klingenthaler Kraftdreikämpfer meldet sich nach anderthalb Jahren Wettkampfpause wieder zurück. Und das standesgemäß - mit zwei Titeln.

Von Mario Wild

Klingenthal - Der Klingenthaler Kraftdreikämpfer Horst Echtner kann es nicht lassen. Bei den Sachsenmeisterschaften in Langenbach im Erzgebirge im Kreuzheben gab er am Sonntag sein Comeback - nach anderthalbjähriger Wettkampfpause. Und wie: Echtner holte sich nicht nur den Titel in seiner Alters- und Gewichtsklasse (Ak 3, Ü60 bis 63 Kilo), sondern gewann auch die Relativitätswertung - er zeigte die beste Leistung im Vergleich zu seinem Körpergewicht. Letzteres beträgt 77 Kilogramm, zur Strecke brachte er 190 Kilo. 
2017 absolvierte Echtner seinen letzten Wettkampf. Bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz merkte er - das Feuer war erloschen. 
"Normalerweise trete ich mit 140 Prozent Adrenalin an die Hantel, damals waren es vielleicht 40", so der 67-Jährige. Kein Wunder, schließlich hatte Echtner das alles "schon tausende Mal gemacht". Mindestens. 1975 kam der Klingenthaler zum Kraftdreikampf, holte unzählige Medaillen und Pokale - Welt- und Europameistertitel inklusive. 
Trainiert hatte Echtner auch weiterhin - nur der Blick auf den Wettkampfkalender fehlte. Genauso wie das stressige "Gewicht machen". Ein Grund, warum Echtner bei den Sachsenmeisterschaften eher als Leichtgewicht in seiner Klasse antrat. Und der rüstige Senior hat wieder Blut geleckt - weitere Wettkämpfe werden womöglich folgen. 
Aber es gilt die Devise: "Ich werde jetzt entscheiden, in welchem Sandkasten ich spiele", so Echtner. Sprich, wo er an den Start geht. Vielleicht bei der Sachsenmeisterschaft im Kraftdreikampf oder bei den deutschen Titelkämpfen im Kreuzheben, die beide noch in diesem Frühjahr auf dem Programm stehen. Unter Druck setzen möchte sich der Klingenthaler jedenfalls nicht. 
Über seinen Sieg in Langenbach hat sich übrigens nicht nur Echtner gefreut, sondern auch sein halbes Dutzend starker Fanclub - angeführt von Ehefrau Karin. Seine langjährigen Mitstreiter waren bestimmt ebenfalls froh, den Altmeister wieder zu sehen. "Es gab ein großes Hallo" so Echtner. Kein Wunder: "Ich bin ein lockerer Typ, der schon mal den Aufwärmraum aufmischt", so Horst Echtner über Horst Echtner. 
Und noch ein weiterer Vogtländer war in Langenbach am Start: Thomas Markewitz vom SSV Bad Brambach. Der überredete seinen Trainingspartner nicht nur zum Wettkampf-Comeback, sondern startete selbst bei den Aktiven (bis 105 Kilogramm) und holte mit persönlicher Bestleistung - 230 Kilogramm - Bronze. 
Fazit - mal wieder: Ein starkes Duo aus dem Oberen Vogtland.