Zur Klarheit im Denken zurückfinden

Zu ihrem Neujahrsempfang konnte die Volksbank Vogtland rund 200 Gäste im Malzhaus begrüßen.

Plauen - Nachdem die Volksbank-Vorstände Walter Klaubert und Andreas Hostalka die Gäste - Kunden, Genossenschaftler sowie Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft - begrüßt hatten, war es an Nico Müller, dem klassischen Sänger aus Klingenthal, und seinem Pianisten Prof. Michael Schütze, das Publikum musikalisch auf einen schönen Abend einzustimmen - was mit Enio Morricones "Nello Fantasia" auch bestens gelang.
In seiner Neujahrsansprache verriet Volksbank-Vorstand Hostalka, warum man den Sänger eingeladen habe: Die Volksbank hatte einen Teil der Finanzierung des ersten Solo-Albums des vogtländischen Adoro-Sängers beigetragen. "My first love" heißt der Silberling, den einige Besucher auch gleich vor Ort erwarben und vom Künstler signieren ließen.
Hostalka erinnerte an die zentralen Themen des Jahres 2018, das ganz im Zeichen des 200. Todestages von Genossenschafts-Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen gestanden habe. Seine Philosophie, was einer allein nicht schaffe eben von vielen geschafft werden könnte, gerate leider in der heutigen Gesellschaft seit ein paar Jahren in den Hintergrund, meinte Hostalka und übte harsche Kritik an den protektionistischen Bestrebungen insbesondere von US-Präsident Donald Trump, aber auch der Brexit-Befürworter, der italienischen 5-Sterne-Bewegung und der Machthaber in Ungarn, Russland oder der Türkei. "Man kann diesen Leuten nur empfehlen, mal die ‚108 Perlen der Weisheit‘ des Dalai Lama zu lesen, um in der Meditation zur Klarheit im Denken zurück zu finden", sagte Hostalka, der dann die Finanzmärkte in den Blick nahm. Er erinnerte, dass vor zehn Jahren die Lehman-Brothers-Pleite die Finanzmärkte nachhaltig erschüttert habe. Bis heute seien die Auswirkungen spürbar, in Form von Niedrigzinsen, Bankenrettung mit Steuergeld, einer Geldschwemme und Negativzinsen für hohe Einlagen. "Bis heute ist dennoch unklar, wie Bürger und Banken wirksam vor Verlusten geschützt werden können", kritisierte der Volksbank-Vorstand. Als Gegenpol dazu stellte er das Geschäftsmodell der Volksbanken dar, das nach wie vor robust und zukunftsorientiert sei. Hier setze man bewusst auf das Vertrauen der Genossenschaftler und Kunden. Bei einer Bilanzsumme von 664 Millionen Euro habe man 6,2 Prozent Rendite erarbeitet - immerhin rund 57 Millionen Euro. "Wir haben auch wieder unser Eigenkapital deutlich gestärkt. Die rund 9000 Genossenschaftler unseres Hauses haben gut zehn Millionen Euro an Einlagen eingebracht. Wir haben 2018 das Online-Geschäft auf neuesten Stand gebracht und unsere App zukunftsfest gemacht. Leider haben sich unsere Befürchtungen, dass die Kapitalmärkte unruhig sein werden, im letzten Jahr bestätigt. 18 Prozent hat beispielsweise der Dax eingebüßt", so Hostalka.
Ein weiteres schweres Thema sei der generell durchschlagende Fachkräftemangel. Und hier übte Hostalka auch Kritik an der Politik, die es zulasse, dass man beispielsweise die Berufsschule für die Bankkaufleute nach Chemnitz habe ziehen lassen. "Wie soll ein Jugendlicher mit 16, 17 Jahren denn von Bad Brambach zur Berufsschule kommen", fragte Hostalka in die Runde. Aber es gab auch positive Dinge, die er reflektieren konnte, so rund 80 000 Euro der Volksbank als Spenden und Sponsoring in Kultur, Gesellschaft und Sport. Dazu habe man eine spannende Crowdfunding-Plattform gegründet, um Projekte fördern zu können. Um die "Sterne des Sports" hätten sich 31 Vereine der Region beworben und beim Firmenlauf seien 3000 Vogtländer auf die Laufstrecke gegangen. Zum Schluss dankte er den engagierten Mitarbeitern seiner Bank für die hervorragende Arbeit im letzten Jahr. Nico Müller verwöhnte dann noch einmal die Ohren der Gäste. Für die Gaumenfreuden des Abends sorgte Udo Gnüchtel mit dem Team des Parkhotels Plauen.

I. Eckardt