Zu wenig Händler in Plauener Innenstadt

Die Einwohnerzahl Plauens wird von gegenwärtig 64.400 bis zum Jahr 2020 um weitere 4.500 Bürger sinken. Damit erhöht sich gleichermaßen die Verkaufsfläche pro Einwohner.

Plauen - Über die daraus erwachsenden Konsequenzen und weitere Erkenntnisse aus der Aktualisierung des Einzelhandelskonzepts, informierte Petra Schneider von der Wirtschaftsförderung am Montag die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses. Während die Konsumausgaben auch der Plauner weiter steigen, sinkt zugleich der Anteil des Einzelhandels - zunehmend mehr Geld geht für Miete, Strom, Reisen, die Anschaffung des neuen Autos drauf. Doch nicht nur die leicht unter dem Bundesdurchschnitt liegende Kaufkraft der hiesigen Bevölkerung, auch der zunehmende Online-Handel mache den Einzelhändlern zu schaffen, so die Fachfrau.

Denn online bestellt würden vor allem Waren, die auch für eine lebendige Innenstadt relevant sind. Zwar sank die Gesamtverkaufsfläche absolut gesehen von rund 198.000 (2007) auf 190.000 Quadratmeter (2013), doch aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl erhöhte sich die pro Kopf-Fläche dennoch - von 264 auf 296 Quadratmeter. Lediglich 17 Prozent der Einkaufsfläche befindet sich in der Innenstadt.

Schneider verwies darauf, dass sich der Plauener Einzelhandel zudem im überregionalen Wettbewerb unter anderen mit Hof, Zwickau und Chemnitz, aber auch im regionalen mit Auerbach, Rodewisch und Reichenbach befinde. Deshalb bleibe die "oberzentrale Versorgungsfunktion Plauens" erklärtes Ziel des Einzelhandelskonzeptes. Verblüffende Schlussfolgerung nach einer Zählung der Passantenfrequenz in der Innenstadt: Eine Ausdehnung dieses Areals berge das Risiko der "Überdehnung".

Im Klartext: Man müsse sich dort auf eine effektive Händlerdichte konzentrieren, wo bereits jetzt die Bürger am häufigsten "zugange" sind. In den so genannten Nebenlagen wie der Straßberger oder der Nobelstraße sollten sich möglichst Angebote ansiedeln, die "Plauen ausmachen". Überlegenswert sei, die Stresemannstraße noch der Einkaufsinnenstadt zuzuordnen. Auch nach der Komplettsanierung der Burgstraße sei die Ansiedlung von Einzelhändlern hier sinnvoll. Auf eine entsprechende Frage informierte Schneider, dass sich potentielle Interessenten fast ausschließlich an der Passantenfrequenz orientieren.

Den Status eines Zentralen Versorgungsbereiches werden der jüngsten Analyse zufolge nur noch Haselbrunn, die Obere Bahnhofstraße, der Rosa-Luxemburg-Platz und Chrieschwitz erhalten - neu hinzukommen soll die Neundorfer Straße bis einschließlich Dittrichplatz. Auf die vor allem an Abenden katastrophale Parksituation in der Innenstadt machten in der Diskussion Monika Mühle - selbst Einzelhändlerin in der Straßberger Straße - und Rico Wagner, Inhaber des Cafes am Altmarkt, aufmerksam. Bürgermeister Levente Sarközy: "Parken ist eine wichtige Stellschraube, wir werden das Thema aufgreifen. Zudem kündigte er neue Ideen für die Einbeziehung der öffentlichen Verkehrsmittel an. tp

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