Zoff um Stellvertreter

Es war die erste Sitzung des neuen Stadtrats nach der Kommunalwahl , und bereits im Vorfeld hatte sich Streit angedeutet.

Von Helmut Schlangstedt

Klingenthal Es ging um die Wahl der zwei Stellvertreter des Bürgermeisters. Hierzu verlas Carsten Förster von pro Klingenthal, der nach Judith Sandner von den Freien Wählern mit 1119 Stimmen 1035 Stimmen bei der Stadtratswahl auf sich vereinigen konnte, beide mit weitem Abstand vor allen anderen Kandidaten, eine Erklärung. Darin erläuterte er, warum er nicht zur Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters angetreten war, obwohl er zur Übernahme dieses Ehrenamts bereit gewesen wäre.
Für Förster gibt es zwei Optionen zur Wahl der Stellvertreter. Entweder es geht nach Fraktionsstärke oder nach der Stimmenanzahl für die einzelnen Kandidaten. Im ersteren Fall würden CDU und pro Klingenthal die Stellvertreter stellen, im zweiten Freie Wähler und pro Klingenthal.
Doch aus seiner Sicht vertreten die CDU und die Freien Wähler die Meinung, dass die stärkste Fraktion und der Kandidat mit den meisten Stimmen diese Ämter ausfüllen müssen, weshalb er die Wahl bereits im Vorfeld als entschieden ansieht. Aus diesem Grund sei er nicht bereit, sich als Kandidat aufstellen zu lassen, um den Schein einer demokratischen Wahl zu wahren. Dabei verwies er auf die Wahl 2014, bei der pro Klingenthal ebenfalls zweitstärkste Fraktion war und er selbst die meisten Einzelstimmen auf sich vereinen konnte. Bereits damals sei ihm durch Taktieren der anderen Fraktionen das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters verwehrt geblieben.
Vielleicht sei das die neue Demokratie, wo eine sich selbst bestimmte Gruppe Posten nach ihren Wünschen verteilt und der Wählerwille nach der Wahl nicht mehr beachtet werden muss, sagte Förster wörtlich.
Dem schloss sich Peter Vodel von den Freien Wählern, der mit 681die dritthöchste Stimmenanzahl errang, inhaltlich an. Für ihn sei allein die Stimmenanzahl für die Stadtratskandidaten maßgebend, wobei er gleichzeitig ein merkwürdiges Demokratieverständnis der CDU ausmachte.
Das nun wollte André Karbstein von der CDU nicht auf sich sitzen lassen und erläuterte das Demokratieverständnis der CDU, die hier einen langjährig erfahrenen Stellvertreter ins Rennen schicke.
Zur Wahl, die auf Antrag von pro Klingenthal geheim ausgeführt wurde, blieben dann Überraschungen aus. Zum ersten Stellvertreter wurde Gerhard Nöbel, CDU, gewählt, zum zweiten Judith Sandner von den Freien Wählern. Oberbürgermeister Thomas Hennig gratulierte beiden zur Wahl, die sich für das in sie gesetzte Vertrauen bedankten. Gerhard Nöbel hoffte dabei auf eine weitere gute Zusammenarbeit im Stadtrat.