Zoff in Oelsnitz - Lupart bleibt in Reuth

Der Oelsnitzer Burkhardt ist DSU-Mitglied. Zum Pressegespräch der Stadtratsfraktion am Mittwoch im Café Viereck machte er sich Luft. Eingeladen hatte Ulrich Lupart, Oelsnitzer DSU-Stadtrat und Reuther Bürgermeister, mit Fraktionskollegen Dr. Jürgen Schlick.

Derzeit erklären sich die Kandidaten für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl. Lupart macht die Ausnahme - er erklärt, dass er nicht kandidiert, sondern Bürgermeister in Reuth bis zum Ende der Wahlperiode 2016 bleibt. Nach Rücksprache mit Frau, Familie und Fraktion habe er sich zum Verzicht entschlossen. "Doch Interesse bestand schon", gibt Lupart zu. Vom Alter her fühlt sich der 60-Jährige fit für das Amt. Er sei von einigen Oelsnitzern angesprochen worden, seine Kandidatur anzumelden. Hätte er sich Chancen ausgerechnet? "Die Hierarchie der Eva-Maria Möbius ist zuende, es muss einen Neuanfang geben", meint Lupart. Ein Rennen Kopf an Kopf der drei Kandidaten und einen zweiten Wahlgang hält er für möglich.

Am Dienstagabend habe er seinen Gemeinderat von seiner Entscheidung informiert und dafür viel Beifall erhalten. Die in Reuth in den vergangenen zehn Jahren erreichten Erfolge, das überzeugende Votum der Bevölkerung und der Rückhalt im Gemeinderat gaben den Ausschlag für den Verbleib im Ehrenamt im Plauener Land. "Ich will in Reuth mein Lebenswerk zu Ende führen", sagt Lupart. 2002 wurde er dort zum ersten Mal als Gemeindechef gewählt. 2009 folgte die Bestätigung mit einem Wahlergebnis von 73 Prozent. Am 29. Oktober runden sich die zehn Jahre, ausgerechnet am Geburtstag seiner Frau Regina. Die Verschuldung in Reuth sank in dieser Zeit von rund 1760 Euro auf derzeit 904 Euro und wird bis Jahresende auf 783 Euro fallen. "Ich habe gezeigt, dass ich eine Gemeinde führen kann", sagt der Oelsnitzer stolz.

Dem künftigen Oberbürgermeister sichert er kollegiale Unterstützung im neuen Amt zu. Vor einiger Zeit kündigte Lupart an, mit seiner Veranstaltungs- und Werbeagentur das Oelsnitzer Kulturleben zu bereichern. Gemeinsam mit seinem Partner Frank Burkhardt organisierte er das Konzert der "Dorfrocker" am 9. April in der Vogtlandsporthalle. Beide empört, dass ihre Plakate in Eichigt und Süßebach mit großformatigen Plakaten der "Wildecker Herzbuben" überklebt wurden. Die Veranstaltung der Oelsnitzer Stadtmarketing GmbH ist erst am 20. Mai.

Am Rosenmontag hatte Lupart den Sänger Gunter Emmerlich auf Schloss Voigtsberg herumgeführt. Dabei wurde der Fürstensaal als Veranstaltungsort für die geplante musikalische Lesung des Entertainers im Herbst besichtigt. Kurz darauf habe er von Stadtmarketing-Geschäftsführer Daniel Petri eine Miet-Rechnung über 95 Euro erhalten. Lupart beschwerte sich beim amtierendem Bürgermeister Mario Horn. Dieser habe die Rechnung kurzerhand einbehalten. "Da kümmern sich Leute, dass so ein Mann wie Emmerlich nach Oelsnitz kommt, und dann kommt die Abzocke", empört sich Burkhardt.