Zitterpartie für Plamag geht weiter

Große Hoffnungen hatte die Belegschaft der Plamag in den potentiellen Investor gesetzt, der sich Mitte vorigen Monats für das Plauener Unternehmen interessiert hatte. Doch auch diese scheinen wieder enttäuscht worden zu sein, denn der Österreicher, der nicht aus der Druckbranche stammt, hat sich zurückgezogen.

Die für Montag angesetzte Sitzung des Gläubigerausschusses war kurzfristig abgesagt worden. Damit bleibt für die Beschäftigten der insolventen Plamag erst mal alles wie bisher - die Ungewissheit wird wohl nun auch über die Weihnachtsfeiertage bis hinein ins neue Jahr anhalten. Allerdings wurde nun auch nicht über Kurzarbeit abgestimmt. Diese wäre eine Möglichkeit gewesen, weitere drohenden Entlassungen zu verhindern. Als Grund der Absage hieß es aus Kreisen der Gläubigerversammlung, dass man noch mehr Zeit für ein Konzept benötige.

"Wir befinden uns damit weiterhin auf dem Stand vom 13. November als avisiert worden war, dass ein Verkauf an den österreichischen Investor kurz vor dem Abschluss stehe", sagt IG-Metallbevollmächtigter Stefan Kademann. Eigentlich sollte Ende November der Verkauf in Sack und Tüten sein, sagt Kademann, der noch nicht abzusehen vermag, welche Auswirkungen der neuerliche Rückzug des potentiellen Investors haben könnte. Dem Vernehmen nach soll der Gläubigerausschuss nun Anfang Dezember tagen. Auch dann könnte es erst mal nur um eine Entscheidung zur Kurzarbeit gehen.

Während sich für die Standorte Augsburg und Offenbach inzwischen ein Käufer gefunden hat, hängen die verbliebenen 300 Plamag-Mitarbeiter weiter in der Luft. Zusätzlich schwierig gestaltet sich der Verkauf für Insolvenzverwalter Werner Schneider auch dadurch, dass das Augsburger Werk die Plamag mit Aufträgen versorgen sollte, was so nicht realisierbar ist, weil das bayerische Unternehmen inzwischen selbst in Schieflage geriet.