Zinn-Bohrer im Vogtland dreht sich bis März

Ab 15 Grad Minus werde es schwierig, die Arbeiten fortzuführen. Das Wasser friere zusehends ein, was wiederum für die Kühlung der Bohrer benötigt wird, erklärt Horst Koppelstädter der DRAG aus Heidelberg. Aber nun sind selbst in Gottesberg bei Tannenbergsthal, einem der kältesten Orte in Deutschland, Tauwetter und mildere Temperaturen eingezogen. "Unsere Probebohrungen verzögern sich voraussichtlich bis Mitte März.

Eigentlich wollten wir im Februar fertig sein", so Koppelstädter. Drei Bohrungen an ebenso vielen Stellen werden parallel zueinander durchgeführt. Eine sei abgeschlossen, bestätigt auch Dr. Jörg Reichert, der leitende Geologe von der Sachsen Zinn GmbH - der 100prozentigen DRAG-Tochter. Der Bohrer dringt bis zu einer Tiefe von 400 Metern ins Erdreich ein. Das geförderte Granitgestein gehen sowohl ins Kernlager nach Chemnitz als auch in ein Labor in Schweden. Von dort erhoffen sich die Rohstoff-"Jäger" die positive Bestätigung der zu DDR-Zeiten durchgeführten Bohrungen.

Die gingen in den 70-er und 80-er Jahre bis 800 Meter tief. 169 Bohrungen wurden damals durchgeführt. Laut damaliger Erkenntnisse lagern in Gottesberg rund 120 000 Tonnen Zinn. Damit ist der Ort das größte Zinnvorkommen in Europa. 0,3 Prozent Zinn pro Tonne sollen im Gestein enthalten sein. Stimmt das, wird die Rohstoff AG die Lagerstätte weiter ausbeuten und die Rohstoffe gewinnbringend verarbeiten.