"Zerstört und wiederaufgebaut"

Zerstört und wiederaufgebaut wurde Plauen. Ab Samstag ist eine gleichnamige Ausstellung in der Malzhaus Galerie zu sehen.

Von Stephanie Rössel

Plauen Etwa 40 Bildpaare hat Lars Buchmann aus seiner Sammlung ausgewählt. Fast alle sind noch nie gezeigte Aufnahmen. "Bei Ebay wurden kürzlich mehrere Bilder vom zerstörten Plauen angeboten. Einige konnte ich ersteigern, andere wurden mir weggeschnappt oder ich wurde einfach sehr weit überboten. Die Fotos wurden damals von richtigen Fotografen gemacht, die unmittelbar nach den Angriffen geschickt wurden, um die Zerstörung zu dokumentieren. Das galt als Nachweis, um den Alliierten die Schäden in Rechnung zu stellen", erklärt Buchmann.
Der Plauener, der sich in der Szene der Sammler solcher Aufnahmen gut auskennt, ist selbst überrascht wie groß das Interesse an der Stadt inzwischen sei. Das mache es auch besonders schwer, Material zu erwerben oder zu ersteigern, da die Preise schnell steigen.
Gezeigt werden vor allem zwei Bombenangriffe von insgesamt vierzehn zwischen September 1944 und April 1945. Die Texte und Erklärungen dazu stammen von Gerd Naumann. Das Wissen des Historikers ergänzt die Sammlung perfekt. Doch nicht nur Krieg und Zerstörung sollen gezeigt werden. Das zweite Foto, das die Aufnahmen zum Bildpaar werden lässt, stammt aus diesem Jahr.
Mit Unterstützung anderer Fotografen konnte Lars Buchmann die schwarz-weiß Fotos von damals aus aktueller Sicht in Farbe nachstellen.
Postkarten und eine Leseecke mit veröffentlichtem Material machen das Ganze komplett. Zum ersten Mal wird nun in der Galerie eine Ausstellung wieder mit einer Vernissage eröffnet, die an diesem Samstag, 18 Uhr, stattfindet. Die Begrüßung übernimmt Galeristin Julia Blei, die Laudatio hält Gerd Naumann. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Duo "nett so laut" mit Frank Blenz an der Gitarre und Jörg Simmat, Gesang. Bis zum 2. August können Interessierte zu den offiziellen Öffnungszeiten "Vernichtung und Wiederaufbau" dokumentiert sehen. Neben Führungen, die vorher telefonisch angemeldet werden müssen, gibt es am 25. Juli einen Vortrag über Plauen im Bombenkrieg sowie einen Dialog mit Zeitzeugen am 31. Juli. Außerdem wurden auch die Filmvorführungen dem Thema entsprechend angepasst.