Zeitreise durch Plauen

Im Vogtlandmuseum eröffnet am Freitag eine neue Ausstellung. Die Exponate stellt Sammler und Hobby-Historiker Peter Winkler zur Verfügung.

Von Gabi Kertscher

Peter Winkler feierte dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Der bekannte Sammler und Hobbyhistoriker spricht von rund 10.000 Karten und Fotos zur Geschichte der Stadt. Hinzu kommen unzählige Dokumente, Medaillen, Briefmarken, Bierdeckel, Etiketten, Minerale, Uhren, Taschenkalender, Postkarten und Spitzenfestabzeichen. Die Liste seiner heimathistorischen Sammlungen ist so umfangreich, dass sie ein ganzes Zimmer in seiner Wohnung füllen. Er unterstützt mit den Exponaten und vor allem seinem Wissen Schulen, Redaktionen und Museen. Als Fotograf hat er alle Stadtfeste und das Baugeschehen in seiner Heimatstadt festgehalten.


Peter Winkler ist gebürtiger Plauener und hat die dunkelsten Stunden der Stadt miterlebt. Als Vierjähriger überlebte er, wie ein Wunder, mit seiner Mutter einen Bombenvolltreffer auf sein Wohnhaus. Bei diesem ersten Bombenangriff auf Plauen verloren seine Schwester und alle anderen Hausbewohner ihr Leben. Er selbst wurde wochenlang im Krankenhaus behandelt und hat schreiend schmerzhafte Prozeduren des Ätzens von wildem Fleisch an offenen Wunden über sich ergehen lassen. Er lernte erst an der Reusaer Schule und später an der Kemmlerschule. Danach begann er die Ausbildung zum Tischler und übte den Beruf bis 1979 aus. Bereits mit sechs Jahren weckte sein Vater in dem Jungen die Sammelleidenschaft. Er brachte ihm Briefmarken mit, die er auf seiner Arbeitsstelle als Postangestellter bekam. Ende der 70er Jahre machte Winkler sein Hobby zum Beruf und übernahm das HO-Geschäft für Briefmarken und Sammlerbedarf. 1988 kaufte er den Laden und führte ihn noch viele Jahr.


Seine Ausstellung im Vogtlandmuseum fügt sich in die Aktivitäten zum "Jahr der Industriekultur in Sachsen". Von den Anfängen der Industrie in Plauen, über wichtige Firmen wie Hempel, Böhler, VOMAG, Industriewerke, Höppner bis hin zu Flugplatz, Sternquell und Wieprecht spannt sich der Bogen. Von den unzähligen Exponaten der Sammlung Winklers sind auch einige Dokumente von Geschäften wie Café Trömel und seltene Fotografien von Plauener Blickwinkeln und Bauten zu bestaunen. Kurze Texte führen die Besucher zu den interessanten Wirkungsstätten.


Am Wochenende wird Peter Winkler samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr im Vogtlandmuseum Plauen auf die Fragen der Besucher antworten. Seine Erklärungen zu den Exponaten sind interessant und spiegeln einen großen Abschnitt der Stadtgeschichte wider.