Zeit für Radwege

Ausgewiesene Radwege sind Mangelware in der Großen Kreisstadt Oelsnitz. Der Stadtrat beschloss jetzt, auf Antrag der AfD-Fraktion, dass die Stadtverwaltung ein "Radwege-Verkehrs-Konzept" erarbeitet.

Von Renate Wöllner

Die Stadt soll attraktiver für Radfahrer werden. Mit einem Planungsbüro habe die Fraktion bereits Gedanken ausgetauscht, erklärte Frieder Jäckel. Berücksichtigt werden sollen sowohl Radwege für den Alltag als auch den Tourismus. Dabei müsse man auch den überregionalen Radverkehr im Auge behalten. Wichtig finde er es, die Öffentlichkeit einzubeziehen.


Bereits kundig gemacht hatte sich Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank. Das Radwegkonzept sei eine gute Sache, soll aber kein Dogma sein. Die Grundlage für die Maßnahme ist geschaffen, "wenn es Fördermittel gibt". Zuvörderst will Zollfrank eine Bestandsaufnahme angehen, welche Wege vorhanden sind ("nicht viele"), welche genutzt werden können und topografisch geeignet sind. Quell- und Zielpunkte müssten definiert, Sehenswürdigkeiten, Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten, Schulen und Einkaufseinrichtungen einbezogen werden. Dazu werde eine Karte erstellt. Die Wege sollen nicht nur Sportlern, sondern der Allgemeinheit dienen. Wenn die Karte erarbeitet und auf Tauglichkeit geprüft ist, müsse eine Maßnahmenliste folgen und die Beschilderung geplant werden. Rund 30 000 Euro würde die Erarbeitung des Konzepts kosten.


Die Fraktion der Linken werde dem Antrag nicht zustimmen, kündigte Waltraut Klarner an. Die Verantwortung wolle man nicht übernehmen, "wir wissen nicht, was mit dem Geld wird", meinte sie.


Keine Bedenken hatte Ulrich Mahn (FOB), aber einen Vorschlag. Er regte einen Lückenschluss an zwischen dem Radweg an der B 92 und dem Ortsteil Dreihöf/Unterhermsgrün. Lediglich 300 Meter gelte es zu überbrücken, Das sei Sache des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, informierte OB Mario Horrn. Er will sich für den Lückenschluss einsetzen, vermutet, dass so etwas bereits geplant sei.


"Es wird Zeit, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen", äußerte FOB-Fraktionsvorsitzender Björn Fläschendräger. Das Projekt sah er in Zusammenhang mit der Sportstättenentwicklungsplanung. Es könne aber nur einen Anfang bedeuten. Man müsse sich über ein Tourismus-Marketing-Konzept Gedanken machen. Dieser Aspekt komme seit der Umfirmierung der Stadtmarketing GmbH zur Kultur GmbH zu kurz. Der Fokus liege zu sehr auf dem Schlossberg.
Jetzt schon wieder ein neues Konzept anzuschieben, wo doch schon viel Geld in die Sportstättenleitplanung investiert worden sei, gab Sabine Albert (CDU) zu bedenken. Rainer Stöhr (Die Linke) verwies auf das ortsübergreifende Radwegekonzept des Landkreises, was dort schon für Oelsnitz geplant sei.


Der Stadtrat stimmte letztlich mit 12 Ja- bei fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für die Erarbeitung des Radwege-Verkehrs-Konzepts.