"Zeit für ein Dankeschön"

Bei Admedia in Plauen werden täglich Antigen-Schnelltests für Patienten und Mitarbeiter durchgeführt.

Von Karsten Repert

Plauen Thomas Schreyer gehört nicht zur Lautsprecher-Fraktion des öffentlichen Lebens - ihn hört man eher selten. Doch in diesen Tagen meldete sich der Geschäftsführer des Admedia-Rehazentrums in Plauen zu Wort. "Ich möchte allen Menschen im Vogtland ganz herzlich Dankeschön sagen. Ich bin beeindruckt, wie geduldig die Bevölkerung die Corona-Schutzmaßnahmen mit trägt und wie diszipliniert die große Mehrheit der Menschen die Hygieneregeln umsetzt. Ich sehe in unserem Haus, was in ähnlicher Form hundertfach im Vogtland abgeht. Das ist schon mal ein Danke wert!" Mit diesen Worten spricht Schreyer angesichts sinkender Infektionszahlen vielen Verantwortlichen der Region aus dem Herzen. Und der sonst stets im Hintergrund agierende Chef hat für sich festgestellt: "Die Kommunikationspolitik der staatlichen Institutionen ist oft unzureichend und unklar. Aber trotzdem werden wir es schaffen, dass die Intensivmedizin in den Krankenhäusern auch diese Zweitwelle meistern kann."
Chefarzt Dr. Jürgen Breitbeck erinnert daran, dass im Admedia bereits im März 2020 die Maskenpflicht angeordnet wurde.. Ich weiß, dass ich mich damit nicht beliebt gemacht habe", ergänzt er.
Susanne Schröter hat sich als medizinische Fachkraft schulen lassen und hat inzwischen weit über 400 zertifizierte Antigen-Schnelltests durchgeführt. In zwei Fällen wurde durch ihre Tests das Einschleppen der Covid-Viren verhindert. 20.000 Euro hat Admedia mittlerweile in die Corona-Schutzmaßnahmen investiert. Nur ein Teil davon wird vom Staat zurückerstattet. Franziska Dunkel ist als Assistentin der Geschäftsleitung in Sachen Behandlungsvertrag fit: "Die Kostenträger erwarten von uns, auch in dieser so schwierigen Zeit weiter Behandlungen durchzuführen." Ob und wie es weitergeht? Diese Frage treibt viele Vogtländer wegen der statistischen Schwankungen immer wieder um.
"Wir hatten hier oft keine Orientierung mehr. Die Diskrepanz zwischen Wort und Tat war frappierend", beschreiben die Mitarbeiter am Stadtparkring ihr eigenes Empfinden.
Seit 1996 bildet die ambulante Rehabilitation das Herzstück von Admedia. Das stetig wachsende Therapiezentrum wurde vor 25 Jahren von Dirk Neumann in Chemnitz gegründet. Die Standorte Freiberg und Plauen kamen hinzu. Insgesamt 350 Mitarbeiter beschäftigt die Admedia-Gruppe mittlerweile. Die zweite Coronawelle trifft das Unternehmen jetzt zeitversetzt mit aller Härte. Denn das Haupttherapiefeld ist hier im Haus die Reha-Anschlussheilbehandlung nach einer Operation. Da in den Kliniken weniger Operationen durchgeführt wurden, kommen nun auch kaum noch Patienten zur Rehabilitation. Ebenso seien die Antragsverfahren - zum Beispiel bei chronischen Rückenleiden oder Kniebeschwerden - deutlich gesunken. Das Feld der Prävention falle sogar ganz weg. Behandeln lassen könne man sich derweil auch weiterhin mit Rezept vom Arzt in der Physiotherapie und Ergotherapie.