Zeichnungen und Grafiken von Klaus Matthäi

 

Zeichnungen und Druckgrafiken von Klaus Mätthäi (1935 bis 1986), dem Mitbegründer und Leiter des Förderstudios für Malerei und Grafik in Zwickau, sind - ein weiteres Mal auf Initiative und in Zusammenarbeit des Theaters mit dem Bund Bildender Künstler Vogtland - seit der Eröffnung am Montag im Foyer des Vogtlandtheaters zu sehen.

Die Werke dieses Künstlers verzichten auf Farbe, sie faszinieren allein durch Grautöne in allen Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß. In Lithografien, Radierungen und Zeichnungen formulierte Klaus Matthäi brisante Themen, wie das Sterben des Waldes oder die Existenz unüberschaubarer Müllberge in einer Wegwerfgesellschaft, in der gleichermaßen der Mensch zum Abfallprodukt wird. Andererseits zeigen Darstellungen idyllischer Gartenhauspoesie, Bäume und Sträucher, blühende Blumen, Schneelandschaften oder Gedankenspiele über die Welt seine Affinität zur Natur. Respektvoll stellte er ausdrucksintensive Porträts dar, widerspiegelte im Antlitz einer betagten Frau gelebtes Leben oder den ziellos melancholischen Blick eines jungen Mädchens.

Witz paarte er mit Ironie und ambivalenten Deutungsmöglichkeiten in deftig bizarren Gestalten verschiedener Märchen, wie "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" oder "Die Bremer Stadtmusikanten". Mit Licht spielte er in "Sonnenuntergang" und besonders effektvoll in seinem einzigartigen Selbstporträt.

Nach der Begrüßung der beiden Söhne des Künstlers und der Gäste durch Generalintendant Roland May und Erik Seidel, las Peter Wolf in Abwesenheit des angekündigten Laudators Dr. Siegfried Wagner, der wegen der übermäßigen Schneemenge auf die Fahrt von Zwickau nach Plauen verzichtete, dessen Laudatio, in der sowohl das Werk, als auch die Person des Künstlers einfühlsam gewürdigt war.  Drei Schüler vom Vogtlandkonservatorium: Johanna Summerer, Klavier, Jonas Berger, Saxophon, und Patrick Lesse, E-Bassgitarre, sorgten für den passenden Sound. Edition einhundert vorgestellt Parallel zu dieser Ausstellung wird im Treppenhaus links und rechts vom Foyer bis 31. Mai das Ergebnis des Kooperationsvertrages zwischen dem BBKV und des Theaters für die aktive Belebung der Kultur Plauens vorgestellt, die "Edition einhundert", ein Grafikprojekt unter dem Motto der Theaterspielzeit "anders leben". Einer Ausschreibung folgten 35 Künstler aus Deutschland und der Schweiz mit 78 Arbeiten, aus denen eine Jury die zehn Werke kürte, die im Theater zu sehen sind. In einer exklusiven Auflage werden zehn Exemplare pro Kunstwerk gedruckt, die über die gesamte Spielzeit präsentiert werden und für 100 Euro pro Stück käuflich zu erwerben sind.

 

Von Ingrid Schenke