Zeichnen für eine schönere Welt

Fördert den künstlerischen Nachwuchs! Das ist die Intention des Kunstvereins Plauen, der in Zusammenarbeit mit der Stadt Plauen, der e.o.plauen-Gesellschaft, der Galerie Forum K und den Stadtwerken Strom zu einem Wettbewerb für junge Künstler aufruft.

Von Lutz Behrens

 Der letzte Preisträger des in diesem Jahr zum sechsten Mal ausgelobten Nachwuchspreises war 2018 der junge Schweizer Silvan Borer. Er hatte damals gerade sein Kunststudium beendet und begonnen freiberuflich zu arbeiten. Telefonisch beim gestrigen Pressetermin verbunden, begründete er seine damalige Teilnahme am Wettbewerb vor allem mit der Absicht, seine Arbeiten öffentlich zu machen, um eine Reaktion des Publikums darauf zu erfahren. Inzwischen sei Borer "gut im Geschäft", wie es Wilfried Hub, Vorsitzender des Plauener Kunstvereins, schildert. Der Preis habe ihm durchaus einen Schub gegeben, bestätigt der junge Künstler, der Kinderbücher illustriert, Logos entwirft oder die öffentliche Präsentation zum Beispiel einer österreichischen Bank betreut.
Initiiert wurde der Nachwuchspreis von Tomi Ungerer, e.o.plauen-Preisträger von 2005. Dieser hatte bei seiner denkwürdigen Preisverleihung mit ansteckender Burschikosität die leicht pikierten Honoratioren aufforderte, mit ihm gemeinsam sein Lieblingslied zu singen: "Die Gedanken sind frei". Zudem reklamierte er für sich, auf der Bühne rauchen zu dürfen und labte sich am Rotwein. Das Entscheidende aber, er stiftete spontan sein Preisgeld von 5000 Euro für junge Künstler - und der e. o. plauen-Nachwuchspreis war geboren.
2018 beteiligten sich daran mit 160 Zeichnungen 43 Jugendliche, eine Zahl, die auch in diesem Jahr angestrebt wird. Den Preisträgern winken respektable Preisgelder: 1000 Euro für den ersten Hauptpreis, 800 Euro für den zweiten und 600 Euro für den dritten.
Die Gelder stellten die Stadtwerke Strom gern bereit, bestätigt Geschäftsführer Peter Kober. Gehe es doch auch darum, Plauen bekannt zu machen und immer wieder an Erich Ohser zu erinnern. Die e.o.plauen-Gesellschaft vergibt zudem einen Jugendanerkennungspreis und legt 300 Euro dazu.
Doch nicht nur schnöder Mammon lockt. Jeder Preisträger wird auf einem sechzehnseitigen Faltblatt vorgestellt, und es gibt Ausstellungen der 100 besten Arbeiten in der Galerie im Malzhaus (19. September 2021, 18 Uhr) und der Galerie Forum K (19. September 2021, ab 20 Uhr). Auch in den Stadtwerken Strom werden danach Arbeiten, die für den Wettbewerb eingereicht wurden, zu sehen sein.
Mitmachen können Jugendliche, die das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Damit ist im Übrigen auch der Unterschied zum e.o.plauen-Preis und dem Förderpreis benannt, an denen man sich nicht beteiligen kann, sondern von einer Jury ausgewählt wird. Beim Nachwuchspreis wird eine noch zu bildende Fachjury unter der Leitung von Julia Blei, der Malzhausgaleristin, die Preisträger bestimmen.
Die Ausschreibung erfolgt international. Zugelassen sind Handzeichnungen in Graphit, Kohle, Kreise, Feder, Pinsel oder mit Stiften. Die maximale Größe: 80 mal 110 Zentimeter. Eingereicht werden können bis zu drei Arbeiten; Serien bis zu fünf Arbeiten zählen als eine Arbeit. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2021. Weitere Informationen unter info@kunstverein-plauen.net oder per Post: Kunstverein Plauen-Vogtland. Alter Teich 7 bis 9, 08527 Plauen.
Und schon der Zeichenkünstler Erich Ohser wusste: "Die Welt wird für den, der zeichnet, schöner, sehr viel schöner!"