Zecken: Vogtland wird FSME-Risikogebiet

Das Vogtland ist als erster Landkreis in Sachsen zum FSME-Risikogebiet erklärt worden, nachdem sich im vergangenen Jahr die Fälle gefährlicher Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die von Zecken übertragen wird, häuften. Und die Einstufung gilt mindestens 20 Jahre.

Berlin/Plauen - "Dass der Vogtlandkreis nun auch zum FSME-Risikogebiet wurde, hat wohl keinen richtig überrascht. Immerhin sind Bayern und Thüringen, aber auch das Nachbarland Tschechien, schon längere Zeit als Risikogebiete bekannt", sagte am Montag die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher. Insgesamt werden aktuell 142 Kreise als FSME-Risikogebiete deutschlandweit ausgewiesen, mit dem Vogtlandkreis einer mehr als im Vorjahr. Hintergrund ist die gestiegene Zahl von Fällen gefährlicher Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die von Zecken übertragen wird.

Die Schwelle zum FSME-Risikogebiet liegt bei mehr als einer Erkrankung pro 100.000 Einwohner. "2013 gab es mit fünf im Vogtlandkreis relativ viele Fälle. 2012 waren es eine und 2011 zwei Erkrankungen. Die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner werden in Fünf-Jahres-Scheiben betrachtet - und da lagen die fünf Krankheitsfälle vergangenes Jahr deutlich über der Schwelle zum FSME-Risikogebiet", erklärte die Biologin. Bislang gibt es solche Gebiete in Ostdeutschland nur in Thüringen. Im Westen sind Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland betroffen.

Voriges Jahr habe es nach Aussage von Susanne Glasmacher mit insgesamt 400 FSME-Fällen vergleichbar viele in Süddeutschland, wozu auch das Vogtland zählt, gegeben. Im Schnitt seien es 300 Fälle. Besonders hoch war die Fallzahl im Jahre 2006, als 540 Mal die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis diagnostiziert und dem Robert-Koch-Institut gemeldet wurden. "Alle Erkrankungen wurden in Risikogebieten registriert. Die Schwankungen beruhen zum einen auf den (Über)Lebensbedingungen für die Zecken, seien aber auch auf die Witterung zurückzuführen. Ist das Wetter ungemütlich, gehen auch nicht so viele Menschen in die Natur - und so gibt es auch weniger Zeckenbisse", sagt die Sprecherin des Robert-Koch-Institutes.

Wegen des milden Wetters sind die Zecken in diesem Jahr besonders früh aktiv. Bei acht Grad Celsius erwachen sie. Wer in Wäldern oder auf Wiesen spazieren geht, sollte sich schon vorsehen. Während die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es für die mit einer Hinhautentzündung zum Teil tödlich verlaufenden FSME keine speziellen Medikamente. In Risikogebieten werde diese von den Krankenkassen übernommen, unabhängig davon, ob man dort lebe oder sich nur kurzfristig privat oder beruflich aufhalte.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung für Kinder und Erwachsene, wenn sie in Risikogebieten Kontakt zu Zecken haben. "Die meisten Erkrankungen werden zwischen Mai und Oktober gemeldet. Deshalb ist jetzt Impfen angesagt. Drei Impfungen sind nötig, damit der Schutz einige Jahre anhält", sagt Susanne Glasmacher. Sie beobachtet aber in den letzten Jahren stagnierende Impfquoten. "Die Menschen sind nicht problembewusster geworden."

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