Zauberflöte aus dem Nachbarland

Mit einer großartigen Inszenierung vom Nordböhmischen Opern- und Balletttheater Ústí nad Labem in der Regie von Martin Otava und unter der Gesamtleitung von Generalmusikdirektor Florian Merz begeisterte Mozarts "Die Zauberflöte" im König Albert Theater.

Von Steffen Adler

Bad Elster Mozarts letzte Oper - uraufgeführt am 30. September 1791 in Wien - ist noch heute ein beliebtes und häufig gespieltes Werk und ließ ins wunderbare Märchenhafte und mysteriöse Fantastische entrücken. Voller Glanz und Poesie zählt die Musik zu einer der schönsten, die Mozart geschaffen hat. Mit Stimmen der Superlative begeisterten in einer Besetzung mit Tereza Štepánkovás als Königin der Nacht und Zuzana Ballánová als Pamina sowie Viktoria Ballánová als Papagena mit einem fantastischen Sopran, ebenso wie der Tenor Jan Ondrácek, als Tamino und Bariton Petr Matuszek als Papageno, Basso Zdenek Plech als Sarastro sowie Tenor Jaroslav Kovacs als Monostatos. Neben diesen virtuosen Stimmen ist außerdem bemerkenswert, dass die Premiere von den tschechischen Sängern in deutscher Originalsprache dargeboten wurde und zudem ein opulentes Bühnenbild für ein reines Kunstvergnügen sorgten. Sinnbildlich weisen schon die Schriftzüge "Vernunft - Natur- Weisheit" auf die drei Tempel Sarastros darauf hin, was den Menschen ausmacht.
Eine bunte Vogelschar zwitscherte im Takt von "Ein Vogelfänger bin ich ja" mit dem Papageno, der zum Gefährten des Prinzen Tamino wird, als er sich als Retter ausgibt, nachdem Tamino von einer Schlange gebissen nur knapp mit dem Leben davonkommt. Doch es waren die drei Damen der Königin der Nacht, die tatsächlich den jungen Prinzen aus der Ohnmacht retteten. Als sie ihm ein Bildnis Paminas geben, ist Tamino entzückt. Er verspricht Pamina, die im Tempel vom Zauberer Sarastro gefangen gehalten wird, zu befreien. Die Damen der Königin geben den beiden hilfreiche Zauberinstrumente, eine Flöte und ein Glockenspiel mit auf den Weg. Vor den drei Pforten der Weisheit, Vernunft und Natur erfährt Tamino, dass Sarastro Pamina zu sich holte, um sie von der Mutter, der finsteren Königin der Nacht, fernzuhalten. Durch den Klang der Zauberflöte gelingt es dem Prinz und dem Vogelfänger, in den Tempel einzudringen. Tamino ist bereit, schwere Prüfungen zu bestehen, er setzt sein Leben aufs Spiel. "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen" ist die von Hass erfüllte Königin gewillt, alles zu tun, um Rache an Sarastro zu nehmen. Sie dringt in Sarastros Reich ein und erscheint vor ihrer Tochter, um sie dazu zubringen, ihn zu töten.
Tamino, dem Schweigepflicht auferlegt wurde, bleibt stumm in Paminas Anwesenheit, die sich zurückgewiesen fühlt , den Glauben an seine Liebe verliert und sich deshalb mit dem Dolch ihrer Mutter töten möchte. Doch die drei Knaben halten sie davon ab und verkünden ihr Taminos Liebe. Weil Papageno seine Prüfung nicht bestanden hat, wird er aus dem Tempel entlassen. Der Feigling mit dem großen Mund hat nur noch einen Traum: "Ein Mädchen oder Weibchen". Um eine Frau zu finden, spielt er sein Glockenspiel, auf dessen Klang Papagena erscheint. Trotz all der Fallen, die die Königin der Nacht und der liebestolle Sklave Monostatos ihnen stellen, gelingt es Pamina und Tamino durch die Allmacht der Musik, die Wasser- und Feuerprobe zu bestehen.
Die Königin der Nacht ist indessen in den Tempel eingedrungen und versucht Sarastro zu stürzen. Aber sie scheitert und Sarastro erscheint mit Tamino und Pamina. Die Strahlen der Sonne vertreiben die Königin der Nacht und Sarastro verkündet: "Es siegte die Stärke und krönet zum Lohn - die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron‘" bevor am Ende ein langer und stürmischer Applaus der Zuschauer folgte.