Zarte Spitze - überall

Beim Vogtländischen Klöppeltreffen in Schöneck zeigte sich die Vielfalt der zarten Spitzenkunst: Sie verschönert Kleider, Taschen und vieles mehr.

Von Katrin Mädler

Schöneck - Hanna Peschke-Lederer musste die Arme weit ausbreiten, um zu zeigen, wie viele Hefter mit Klöppelbriefen, also mit Mustervorlagen, sich bei ihr zu Hause aneinanderreihen: "Tausende einzelne Blätter müssen es sein, ganze Regale sind voll. Die kann man in einem Leben nicht alle klöppeln, aber es ist auch eine Sammlerleidenschaft", meinte die 72-jährige Schöneckerin. 
Am Wochenende fand im Bürgerhaus der Stadt ihr 11. Vogtländisches Klöppeltreffen statt - und hunderte Besucher schauten bei den Frauen und den 12 Händlern mit Klöppel-Utensilien vorbei. 
Besondere Aufmerksamkeit bekam die Ausstellung mit aktuellen Klöppel-Arbeiten. Diese stammten von Frauen aus der Schönecker Klöppelgruppe, die im Moment 13 Mitglieder umfasst, und befreundeten Klöpplerinnen aus Oelsnitz, Klingenthal, Rodewisch und der weiteren Umgebung. Schals, Tisch- und Fensterschmuck und Accessoires für die Feiertage gehörten zu den Ausstellungsstücken, aber auch kunstvoll verzierte Handfächer und Taschen, auf denen die Spitze aufgenäht worden war. 
Eine besondere Idee hatte Hanna Peschke-Lederer zur Hochzeit ihres Sohnes: Für das Brautkleid der Schwiegertochter hatte sie zarte Schmetterlinge und Blüten aus Klöppelspitze hergestellt, die an das Kleid angebracht wurden - das Ergebnis war am Wochenende ebenfalls zu bewundern. 
"Klöppeln ist meine Welt, ich habe ein eigenes Klöppelzimmer zu Hause", sagte Frau Peschke-Lederer, die seit 2009 die Klöppeltreffen organisiert. Bis zu fünf Stunden täglich geht sie ihrer Leidenschaft nach: Klöppeln sei Therapie, meinte sie am Samstag. "Klöppeln übt die Finger und beruhigt den Geist, und ich komme auf andere Gedanken. Außerdem findet man Freundschaften, die auch halten", schwärmte sie.