"Zander" an der Angel

Abgefahrene Geschichten erlebt Frank Pänke aus Bad Elster. In seiner Freizeit lädt er Stars in seinen VW Caddy zum Road Trip Interview. Jetzt setzte sich Frank Zander zu Namensvetter Frank auf den Beifahrersitz.

Von Marlies Dähn

Bad Elster Bei einem Gläschen Pfefferminzlikör hocken Frank und Frank am Samstag noch weit nach Mitternacht an der Bar im König Albert Hotel Bad Elster beieinander. Die beiden im Sternzeichen Wassermann Geborenen trennt ein Tag und 40 Lebensjahre. "Wir haben uns auf Anhieb prima verstanden", schaut Frank Pänke auf ein ereignisreich aufregendes Wochenende zurück. Die aktuelle Ausstellung mit Kunstwerken von Zander, Waalkes, Lindenberg und Armin Mueller-Stahl in der Kunstwandelhalle Bad Elster war ein guter Ausgangspunkt, Frank Zander ins Star-Car zu bitten. Möglich wurde die sehenswerte Werkschau von den Walentowski Galerien Berlin, da alle vier Künstler von dort aus betreut werden. "Mit Heinrich Walentowski verbindet mich eine Freundschaft", sagt der Mann mit Hut. Das war auch der Grund, warum Frank Pänke, der Moderator aus Bad Elster, mittels Pappaufsteller in Frack und Zylinder Eigenwerbung am Rande der Ausstellung betreiben konnte.
An der Hotelbar wurde am Samstag nicht nur der Ablauf für das Road Trip Interview am Sonntagvormittag besprochen mit Zanders Sohn Marcus, der gleichzeitig auch sein Manager ist. "Wir haben ganz privat über viele Sachen gequatscht. Zweimal Frank und zweimal Wassermann mit 40 gelebten Jahren dazwischen, allein daraus haben wir lustige Geschichten gesponnen", denkt Frank Pänke an den geselligen Abend zurück. Und weil die Chemie einfach stimmte, war es am nächsten Tag so, als steige ein alter Kumpel in den auffällig beklebten VW Caddy.
"Na, wo schaffst du mich jetzt hin", fragte Frank Zander mit rauchiger Stimme, als es bestens gelaunt flink von Bad Elster Richtung Musikstadt Markneukirchen ging. "Zurück zu den Wurzeln quasi", erklärt Frank Pänke. Denn in Markneukirchen stand die Wiege für Frank Zanders erste Gitarre, die eine "Framus" war. Vorbei am Fenster flogen idyllische Landschaften und Pferdeweiden, bevor das Star-Car stoppte am Fuße der Bismarcksäule. Zander stieg aus, atmete dreimal tief ein und fand, dass diese Ruhe verdammt gut tat. "Wir schauten entspannt auf Markneukirchen hinunter und eine Familie schaute gebannt und ungläubig zu uns herüber und wir hatten unseren Spaß daran", lacht Frank Pänke. "Ich bin‘s wirklich und lebe noch", rief der 79-Jährige hinüber. Hier droben überreichte Frank dem anderen Frank eine Pinnadel, mit einer Gitarre, die noch aus der DDR stammte von der Demusa. Dann ging es flugs zurück, denn die Ausstellung in der Wandelhalle wollte eröffnet werden. Als das Sonderfahrzeug mit heißem Reifen direkt bis vor die Halle fuhr, schreckten Kurgäste erst empört auf. "Als sie Frank Zander erkannten, waren sie in Hochstimmung", lacht Frank Pänke. Zur Abmoderation im Road Trip Car griff sich Frank Zander dann den abgetrennten Gummi-Arm, fuchtelte damit herum und zelebrierte "Ich nehme ihre Hand Madame..."
Frank bedankte sich bei Frank. Der gab ihm die Hand und sprach: "Immer schön so weitermachen".
Wer neugierig geworden ist, kann die tolle Ausstellung in der Kunstwandelhalle noch bis 28. November besuchen. Geöffnet ist sie Mittwoch bis Freitag von 14 bis 17.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 9.30 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 17.30 Uhr. Das etwas andere Interview ist dann ab Donnerstag auf Youtube hochgeladen.