Zahl der Erwerbslosen steigt um 339

Im März stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen im Vogtland um 339 beziehungsweise 1,9 Prozent. Aktuell gibt es 17 970 arbeitslose Frauen und Männer. Dieser leichte Anstieg führte dazu, dass die Arbeitslosigkeit seit langer Zeit erstmalig über dem Vorjahresniveau liegt.

 

Vor einem Jahr waren 971 Personen (minus 5,7 Prozent) weniger arbeitslos. Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 12,9 Prozent. Für die abhängigen zivilen Erwerbspersonen errechnete sich für den Agenturbezirk eine Quote von 15,6 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent). ?????? "Ende April wird sich ein deutlicheres Bild abzeichnen."

Helga Lutz, Chefin der Agentur  für Arbeit Plauen ??????  "Der Monat März schließt mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vogtland ab. Trotz der gedämpften Wirtschaftserwartungen und mehrfach nach unten korrigierter Wachstumsprognosen bestätigt diese Entwicklung meine bisherigen Erwartungen. Ende April wird sich ein deutlicheres Bild abzeichnen", kommentiert Helga Lutz, Chefin der Agentur für Arbeit Plauen, die vorliegenden Arbeitsmarktzahlen.

  Firmen nutzen Kurzarbeit   "Die Unternehmen nutzen seit Monaten verstärkt das Instrument Kurzarbeitergeld und gehen offensichtlich sehr sensibel mit dem Thema Personalabbau um. Dies ist für alle Beteiligten eine sehr erfreuliche Tendenz. Unsere Arbeitgeber wissen natürlich auch, dass sie in der Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs wieder qualifiziertes Personal benötigen. Daher nutzen sie jetzt verstärkt die Möglichkeiten von Kurzarbeit in Verbindung mit Mitarbeiterqualifizierung", so Helga Lutz.

Neu beziehungsweise erneut arbeitslos meldeten sich im vergangenen Monat 3470 Frauen und Männer, 32 oder 0,9 Prozent mehr als im Vormonat. 1714 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit arbeitslos. Der überwiegende Teil von ihnen war zuvor im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, in Verkehrsberufen und im Dienstleistungsbereich tätig.

Im März konnten 3137 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 239 (8,2 Prozent) mehr als im Februar. 1133 Personen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgenommen, 656 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung. Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich im Vergleich zum Februar um 8,3 Prozent erhöht. Aktuell sind 1857 junge Menschen im Agenturbezirk ohne Beschäftigung, 296 mehr als im Vorjahr.

  Mehr ältere Arbeitslose   Die Zahl älterer Arbeitsloser stieg im Vormonatsvergleich um 197 Personen (plus 3,2 Prozent). Ende März waren im Vogtland 6286 Frauen und Männer im Alter ab 50 Jahre arbeitslos. Der Anteil der Älteren unter den Arbeitslosen beträgt 35,0 Prozent. Bei der Personengruppe der Langzeitarbeitslosen hält sich die Arbeitslosigkeit seit Januar auf einem annähernd gleichen Niveau. Im Agenturbezirk sind derzeit 4395 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 24,5 Prozent an allen Arbeitslosen. Positiv gestaltet sich bei dieser Personengruppe immer noch der Vergleich zum Vorjahr. Aktuell sind 1212 Langzeitarbeitslose weniger gemeldet (minus 21,6 Prozent) als im März 2008. Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monat März ist insbesondere der Rechtskreis SGB II betroffen. Bei den beiden ARGEn waren 272 arbeitslose Menschen (plus 2,7 Prozent) mehr gemeldet als im Februar. Im Bereich der Arbeitsagentur lag die Zahl der Arbeitslosen bei 7527, das sind 67 Personen mehr als im Vormonat dieses Jahres. Auf der Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt im Vogtland recht unter-schiedlich dar. Die niedrigste Arbeitslosenquote hat Oelsnitz mit 12,1 Prozent gefolgt von Klingenthal mit 13,3 Prozent. Auerbach liegt bei 14,0 Prozent, die Hauptagentur Plauen bei 14,2 Prozent und Reichenbach bei 14,7 Prozent.

Trotz der schwierigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wurden im März 457 ungeförderte Stellen der Agentur und den beiden Arbeitsgemeinschaften gemeldet. Das waren 41 mehr als im Februar jedoch 167 weniger als im Vorjahr (minus 26,8 Prozent). Ergänzt werden diese Stellen durch 146 Angebote auf dem zweiten Arbeitsmarkt, darunter 137 Arbeitsgelegenheiten und 9 ABM-Plätze.

  Stellenangebote   Stellenangebote gab es wiederum für fast alle Wirtschaftszweige. Insgesamt wurden 110 Stellen für Zeitarbeit, 55 Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen und 47 Stellen im Verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Hinzu kommen 43 Stellen im Baugewerbe sowie 36 Stellen im Gastgewerbe.

Auch mit dem Einsatz von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten konnte für zahlreiche Personen die Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden. Im März wurden in 1918 Fällen Beschäftigungsbegleitende Leistungen gezahlt. Insgesamt werden über 1700 Menschen in Qualifizierungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beziehungsweise in Arbeitsgelegenheiten gefördert.