Wurzeln der Entstehung Plauens freigelegt

Plauen - Die beiden Plauener Gert Müller und Bernd Märtner wollen der Stadt etwas zurückgeben, woran Jahrzehnte niemand mehr gedacht hat: Den Dobenaufelsen. Am Samstag hieß es erst einmal, das Areal zugänglich zu machen.

 

Dem Aufruf zum Arbeitseinsatz am so genannten Dobenaufelsen sind am Samstagvormittag mehr als 50 freiwillige Helfer gefolgt. Eine gegründete Interessengemeinschaft aus Bergknappen, Förderverein Haselbrunn, Stadtarchiv Plauen und der Gruppe "Ur- und Frühgeschichte Plauen" will beweisen, dass hier der eigentliche Ursprung der Stadt Plauen zu finden ist.

Noch vor der bisher urkundlich bekannten Ersterwähnung der Stadt soll auf dem Felsen im Syratal eine Burg gethront haben. Teile der Außenmauer sind noch heute zu sehen. Die Interessengemeinschaft will das Areal für alle Plauener wieder zugänglich machen und unter anderem mit Infotafeln auf die geschichtsträchtige Stelle aufmerksam machen. Noch ist es aber nicht so weit, noch eine Menge Arbeit steht vor den Hobby-Historikern. Am Samstag hieß es deswegen erst einmal, das Gelände wieder ordentlich begehbar zu machen.

Die beiden Organisatoren Gert Müller vom Vogtländischen Bergknappenverein und Bernd Märtner vom Förderverein Freibad Haselbrunn waren sichtlich beeindruckt von der breiten Unterstützung. Aus allen Altersschichten waren Freiwillige dabei, die das Gelände von Gestrüpp und zuvor abgeschnittenen Büschen und kleinen Bäumen beseitigten. "Da sieht man wieder, Plauen ist eine bürgerliche Stadt. Hier setzt man sich für das Allgemeinwohl ein", sagte Märtner. Diese besondere Eigenschaft der Plauener sei es, die die Stadt von Leipzig und Dresden unterscheide, meinte Märtner: "Die Plauener erwarten nicht, dass das jemand macht. In Plauen ist vieles selbst erbaut worden, wie der Bärensteinturm und das Freibad."

Beim Arbeitseinsatz dabei waren auch zehn Kinder der Friedensschule Plauen. Während die einen am Felsen halfen, schmierten die anderen in der Schule Fettbrote, sagte Geschichtslehrerin Sylvia Turger. Da das Thema "Schlösser und Burgen" derzeit im Unterricht behandelt wird, seien die Schüler sofort begeistert bei der Sache gewesen. "Als Geschichtslehrerin ist dies eine hervorragende Möglichkeit." Unter den Schülern war auch der 12-jährige Andre Bechert: "Ich finde es sehr gut, dass man sich für einen guten Zweck engagieren und mithelfen kann", sagte er.

Vor zwei Jahren hatten Märtner und Müller die Idee, den Felsen wieder freizulegen und die Geschichte zu erforschen. Die Zusammenarbeit der einzelnen Vereine sei dabei beispielhaft und "eine Idee für die Zukunft, mehr gemeinsam anzupacken". Auch kritisch äußerte sich Märtner beim Arbeitseinsatz. Gern hätte er auch die Unterstützung der Initiative Plauen oder des Stadtmarketingvereins gesehen. "Man kann nicht nur nach innen schauen, sondern auch nach außen", sagte Bernd Märtner und begab sich danach gleich wieder an die Arbeit und schleppte große Äste vom Felsen wie alle anderen in einen bereitgestellten Abfallcontainer. Das Team der Ausflugsgaststätte Tennera am Stadtpark versorgte die Helfer mit Getränken und Rostbratwürsten.