Wurstfabrik wird in Reichenbach zur Feuerwache

Nach einstimmigem Stadtratsbeschluss bekommt Reichenbach endlich eine zentrale Feuerwache auf dem Gelände der ehemaligen Wurstfabrik auf der Schlachthofstraße. Es wird das Domizil für alle Kameraden, die bisher zu den Wachen Weinholdschule, Cunsdorf und Oberreichenbach gehörten. Noch in diesem Jahr beginnt der Bau.  Ein weiter Weg   Reichenbach - Bis zu diesem Beschluss war es weit. Zuerst musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, weil ein Teil der Feuerwehrleute ihre alten Standorte nicht aufgeben wollten. Und als man sich schließlich einig war, setzten die Stadtväter finanztechnisch immer wieder andere Prioritäten und schoben das Projekt Feuerwache vor sich her.

Bis es schließlich brenzlig wurde und die Maßnahme jetzt quasi in letzter Minute nur durch Absprachen mit dem Landkreis und Umschichtungen aus verschiedenen Fördertöpfen gerettet werden konnte. Und weil sich die Finanzlage der Kommunen in den kommenden Jahren verschlechtern wird, spricht Dr. Matthias Gäckle, der Herr des Geldes im Reichenbacher Rathaus, auch von der vorläufig letzten großen Investition der Stadt.

Mit der geballten Zustimmung für die zentrale Wache beschloss der neue Stadtrat am Montag auch, welche Projekte dafür mittelfristig wegfallen. Dazu gehört der Fußwegbau in der Bahnhofstraße und in Cunsdorf genauso wie der Straßenbau Ackermannstraße, Lindenplatz, Obere Dunkelgasse und Hinterland Zenkergasse sowie die Sanierung der Stützmauer Cunsdorfer Straße und der Kita Rotschau. Auch die Sanierung des Schulteils Goetheschule des Reichenbacher Gymnasiums wurde um zwei Jahre verschoben.

Trotzdem der einstimmige Beschluss, den die zahlreich zur Stadtratssitzung erschienenen Kameraden mit viel Beifall bedachten. Schließlich hinkt Reichenbach in Sachen Feuerwache den anderen größeren Feuerwehrstandorten im Vogtland mittlerweile mächtig hinterher. Der Neubau kostet voraussichtlich knapp 4,3 Millionen Euro. Die Stadt erwartet Fördermittel von 2,3 Millionen Euro für den Bau und 80 000 Euro für den Abbruch der Altgebäude. Demzufolge müssen fast zwei Millionen Euro an Eigenmitteln zusammengekratzt werden.   Umweltfreundlicher Bau   Dafür soll aber auch ein moderner, städtebaulich ansprechender, funktioneller und umweltfreundlicher Bau entstehen. Besonders freuen sich die Kameraden auf eine Schlauchwäsche, eine Atemschutzgeräte-Werkstatt, ein zentrales Bekleidungslager und ausreichend Lagerräume. Außerdem ist vorgesehen, Regenwasser in einer Zisterne zu speichern und nach Filtrierung zum Schlauchwaschen und zur Befüllung der Löschwasserfahrzeuge zu nutzen.

Wegen der Vergrößerung der Räumlichkeiten und der Verbesserung der Technik werden sich allerdings die Betriebskosten für die neue Feuerwache gegenüber den alten Einzelwachen erhöhen. ina