Wunschzettel ausgefüllt

Wünsche erfüllen, die ohne Hilfe auf der Strecke bleiben - das ist ein Ziel unserer Gemeinschaftsaktion "Hilfe für Nachbarn". Besonders den Kindern wollen wir die Festtage versüßen.

Von Marlies Dähn

Markneukirchen - Weil Doggi gerade schläft, sollte er eigentlich nicht mit aufs Foto. Doch Mamas Überredungskünste konnten Jasminda schließlich doch erweichen. Der dicke Hund hatte sich schon die Schlafanzughose übergestreift und es sich gleich neben dem Affen mit den großen Augen gemütlich gemacht. Vom Schrank schaute Eisprinzessin Elsa herab. Das hübsche Puppenkind bekam eine farbige Haarsträhne verpasst und die vierjährige Jasminda verkündete, dass sie nun nicht mehr Elsa sein wolle.
 Jasminda hat ein liebevolles Zuhause bei Mama und Papa in Markneukirchen.

Mit wildem Haar und fröhlichem Kichern hüpft sie übers Sofa, schnappt sich eine Bastelarbeit oder ein Spielzeug und wartet dann neugierig ab, was sonst noch so passiert. Wenn sie am frühen Morgen von Mama in den Kindergarten gebracht wird, freut sie sich auf ihre Freunde. Dort wird O Tannenbaum gesungen und auch das Gedicht von der fetten Gans bringt Jasminda zum Kichern. Ihren Wunschzettel hat sie längst losgeschickt. Immer Montag, Mittwoch und Freitag fährt Mama Isabell nach Oelsnitz und nimmt hier an einer Schulungsmaßnahme des Jobcenters teil. Dienstag und Donnerstag arbeitet die 26-Jährige, die als Fachlageristin in Plauen an der Berufsschule Anne Frank lernte, im Drogeriemarkt. Leider hat es mit einer Festanstellung bisher noch nicht geklappt. Die Arbeitszeiten müssen passen. Denn Jasmindas Papa Navpriet arbeitet vor allem am Nachmittag und bis zum späten Abend bei seinem Vater im "Sächsischen Hof". Isabell kommt aus Wernesgrün.

Ihre Eltern unterstützen die kleine Familie und ebenso die Schwiegereltern. Trotzdem ist in der Bedarfsgemeinschaft häufig das Geld knapp. So dürfen sich die drei über eine Unterstützung bei der Versorgung zu den Festtagen freuen und sicher ist auch noch etwas Geld übrig für wärmende Wintersachen. Vielleicht schafft Isabell auch irgendwann noch, die Fahrschule nachzuholen. Die hatte sie damals abgebrochen, wegen der Geburt ihrer Tochter. Wir wünschen allen ein fröhliches Weihnachtsfest!