Würger von Trieb - mordete er schon vor über 25 Jahren?

Der 50-jährige Rainer D., der am Dienstag zwei seiner Arbeitskolleginnen angriff und eine fast zu Tode würgte, sitzt im Gefängnis. 1991 hatte er eine Freundin getötet. Ist er auch der Mörder von Heike Wunderlich, die 1987 im Voigtsgrüner Wald erwürgt wurde?

Trieb/Plauen - Wegen Fluchtgefahr wurde am Mittwoch gegen den 50-Jährigen, der aus Plauen stammt und nun in Neuensalz wohnt, Haftbefehl erlassen. Rainer D. sitzt nun in Zwickau in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Am Dienstag hatte der Melker zwei Arbeitskolleginnen der Milchgut Triebtal KG im Falkensteiner Ortsteil Trieb angegriffen und eine 41-Jährige fast zu Tode gewürgt. Die zweite Frau, der er in der Nacht nach der Schicht auf dem Nachhauseweg auflauerte, konnte den Mann in die Flucht schlagen. Die 53-Jährige hatte ihm die Maske vom Kopf gerissen und ihn erkannt.

Vor der Polizei, bei der er sich selbst stellte, hatte er gestanden, dass er die Frauen töten wollte. Die Zwickauer Mordkommission ermittelt. Der 50-Jährige ist ein Wiederholungstäter. 1991 hatte er nach Aussage von Staatsanwältin Ines Leonhardt eine Freundin getötet und war zu zehn Jahren Gefängnis wegen Totschlags verurteilt worden. Vorzeitig aus der Haft entlassen, nahm ihn Ulrich Stöckel, Chef der Milchgut Triebtal, im Betrieb auf. 17 Jahre später ist eine der beiden angegriffenen Arbeitskolleginnen seine Tochter Nicole. Rainer D. stürzte sich am Morgen zu Beginn der Frühschicht im Büro auf sie, schnürte ihr mit seinen massigen Händen den Hals zu.

Die 41-Jährige konnte ihn im Todeskampf erfolgreich abwehren und flüchten. Sie kam mit massiven Würgemalen ins Krankenhaus. Und auch wenn diese verheilt sind, wird die Junior-Chefin der Milchgut KG noch mit den psychischen Folgen des schrecklichen Angriffs zu kämpfen haben. Erwürgt wurde vor fast 27 Jahren auch die damals 18-jährige Altensalzerin Heike Wunderlich - im Voigtsgrüner Wald an der Talsperre Pöhl. Ihr Mörder wurde bis heute nicht gefunden. Neue Hoffnung berge nach Aussage des Zwickauer Kriminalhauptkommissars Enrico Petzold, ein am Haar des Opfers gefundenes DNA-Fragment, das offensichtlich vom Täter stammt.

Der 45-Jährige hat den Fall wieder aufgerollt und hofft, endlich den Mörder zu finden. Wie auch die Eltern von Heike Wunderlich. Die Zwickauer Polizei hat dabei auch Rainer D. im Visier. "Eine Vergleichsprobe wurde zur DNA-Analyse schon eingeschickt", sagte am Mittwoch auf Nachfrage des Vogtland-Anzeigers Polizeisprecher Jan Meinel. "Immerhin ist der Verdacht sehr nahe liegend."

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