Wünsche zur Zukunft des Stadtparks in Plauen

Großer Andrang im Glashaus des Stadtparkes bewies, dass das grüne, städtische Kleinod die Gemüter bewegt. Eingeladen waren die Plauener, um die Ausstellung "100 Jahre Stadtpark" (von 2006) zu besichtigen, Ideen für den Park vorzubringen und ihn gemeinsam zu begehen.

Plauen - Was dem ehemaligen Landrat Dr. Tassilo Lenk die Sprungschanze in Klingenthal, dem derzeitigen Plauener Oberbürgermeister vielleicht das Freibad Haselbrunn, bestimmt aber das Schloss als Campus ist, das zielte bei einem seiner Vorgänger ins Grüne.

Mit dem Stadtpark setzte sich Plauens Oberbürgermeister von 1865 bis 1893, Oskar Theodor Kuntze, sein Denkmal. Nach ihm benannt wurden die Kuntzestraße, die vom Oberen Bahnhof zum Park führt, und die Kuntzehöhe, einschließlich der Grundschule; nicht der Stadtpark, der musste sich von 1933 bis zum Untergang mit dem Namen des Gröfaz schmücken.

Baubürgermeister Levente Sárközy dämpfte am Freitagnachmittag gleich zu Beginn die Erwartungen. Von Förderprogrammen war die Rede, aber auch davon, dass eigentlich wenig Geld für den Park da sei. Kenntnisreich präsentierte Landschaftsarchitektin Annekatrin Grzesiak ein Porträt des Stadtparks, schilderte seine Entstehung, Gestaltung und seine ökologische Potenz.

Sie begann mit dem schönen Satz, dass viele mit dem Park "ein ganzes Leben lang verbunden sind", und traf damit ins Schwarze. Dann purzelten die Vorschläge wie derzeit die Pflaumen von den Bäumen. Mehr oder weniger eloquent vorgetragen, bezeugten sie, wie sehr der Stadtpark allen am Herzen liegt. Gewünscht wurden sich ein Holzbildhauer-Symposium, eine Minigolf-Anlage, von vielen neue Rabatten und Bäume, eine Sommerrodel- oder eine Laufbahn (ich möchte hinzufügen, es könnte sogar eine Finnenlaufbahn wie am Oelsnitzer Freibad sein).

Hingewiesen wurden auf die fehlende Schallschutzmauer hinter der Parktheaterbühne, die verbesserungswürdige Beleuchtung oder Bänke, von denen es zu wenig gebe. Auch die Toiletten wurden thematisiert. Um den Stadtparkteich machten sich viele Gedanken. Es gelte die Befestigung zu erneuern, eine Fontäne zu installieren oder ihn gar als biologischen Badeteich freizugeben. Vorgeschlagen wurde auch, einen Teil des Teiches durch einen begehbaren Wall abzutrennen, um die dann entstehende, kleinere Fläche als Eisbahn zu nutzen. Bis dann zwei Stimmen die euphorische Harmonie trübten.

Einmal wurde, durchaus zu Recht, darauf hingewiesen, ob die ganze Veranstaltung nicht eigentlich unter dem unrealistischen Motto "Wünsch dir was" stünde. Zum anderen ließ sich jemand dazu hinreißen, eine Idee mit der Bemerkung: "Das ist Blödsinn!" zu kommentieren. Dazu Levente Sárközy: Er habe die Intention, dass heute hier jeder seine Vorschläge anbringen könne, so fantasievoll auch immer. Alles werde registriert und in einer Bürgerwerkstatt am 14. November im Rathaus bewertet. Und zudem gelte für die Ideenfindung die Spielregel, dass alles erlaubt sei und nichts abgewürgt werden dürfe.

So gab es noch die Idee eines Frühjahrsfestes, wo auch Gärtnereien ihre Produkte anpreisen könnten, wurde vorgeschlagen, den Spielplatz zu erweitern, ein Volleyball-Feld anzulegen, die Grotte wiederherzurichten oder einen Eiswagen aufs Gelände zu locken. Kurzum, viele Blumen sprossen und jeder wusste auch, dass nicht alle Blütenträume reifen werden. Doch die Möglichkeit, die Fantasie wuchern zu lassen, wurde ausgiebig genutzt.

Von vielen städtischen Ämtern, deren Aufgaben alle in irgendeiner Weise mit dem Park zu tun haben, standen Mitarbeiter für Auskünfte bereit. Ein Fragebogen lag aus, auf dem schriftlich Vorschläge gemacht werden konnten; auch im Internet können Ideen für den Stadtpark abgegeben werden.