WsD-Teilnehmer üben sich in Intoleranz

Etwa sieben- bis achthundert Menschen wohnten am Sonntag der Kundgebung der Bürgerbewegung "Wir sind Deutschland" bei.

Plauen - Nach der Begrüßung sprach Pferdehofbetreiber Göran Schricker zur Zuwanderungsdebatte. Durch eigene Erfahrungen, die er unter anderem in Kanada sammelte, fühle er sich dazu bewogen, ließ er wissen. Er bezeichnete die registrierungsfreie Einreise von zahlreichen Flüchtlingen - er sprach vor rund 300.000, mit denen man derzeit rechne - als sicherheitspolitischen Blindflug.

Einen solche gäbe es auch gesundheitspolitisch, zumal viele Einreisende wenn überhaupt, erst sehr spät überhaupt einer Gesundheitsprüfung unterzogen würden. Er verglich die Flüchtlingswelle mit der Einwanderungsgeschichte der neuen Welt. Es seien Glücksritter, arme Schweine, Kriminelle, Kriegsflüchtlinge und Menschen, die einfach nur ein besseres Leben wollten, unter den damaligen Einwanderern gewesen.

So sei das heute bei den Flüchtlingen auch. Die Folge sei damals gewesen, dass die Ureinwohner alles verloren hätten und bis heute ihres Landes beraubt worden seien "Das will ich für unser Land nicht", rief Schricker in die Menge. Bernd Mylius trat erneut ans Mikro und forderte eine neue Parteienlandschaft ein, ebenso eine Neustrukturierung der Bildungslandschaft und ein Ende für die Freihandelsabkommen TTiP und Ceta, die selbst intransparent für Verantwortlichen im Bundestag seien. Der junge Schauspieler Timon Schleheck aus dem Plauener Theater machte deutlich, dass er aus seiner Heimat Köln das Zusammenleben mit Ausländern ganz gut kenne und deshalb vor den Flüchtlingen keine Angst habe.

"Ich habe Ausländerviertel wie Köln-Mühlheim immer als bunter, lauter und interessanter empfunden", so der Schauspieler, der sich dafür wenig schmeichelhafte Zwischenrufe gefallen lassen musste. Er wandte sich gegen die furchtbaren Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, aber auch ein Ausspielen der Flüchtlinge gegen sozial schwache Deutsche und erinnerte die Besucher daran, dass Bibel wie auch Koran knallharte Worte hätten, aber auch Worte der gegenseitigen Achtung und des Respekts.

Eines Respekts, dessen Inhalte einige der Besucher augenscheinlich nicht erlernt haben, wie sich an unflätigen Anwürfen einiger Unbelehrbarer ablesen ließ. Nach Robby Schirm aus Leipzig meldete sich auch Michaela Oheim zu Wort und erklärte nochmals ihre Sicht der Dinge zu den Plauener Gesprächen im Malzhaus. Sie entschuldigte sich bei Superintendentin Ulrike Weyer, dass man auf ihrer Veranstaltung ein eigenes Gesprächsformat angekündigt habe. Sie kritisierte dem Moderator des Abends, Frank Richter als nicht neutral. I. Eckardt