WsD: Furcht vor Angst und Terror

Plauen - Die WsD-Demo ist nach der Weihnachtspause an ihren Ausgangsort auf den Plauener Altmarkt zurückgekehrt. Hier konnten die Organisatoren am Sonntag ab 16 Uhr bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und leichtem Schneefall wieder zahlreiche Sympathisanten und interessierte Zuhörer begrüßen.

Die Polizei sprach von 800 bis 1.000 Besuchern. Angekündigt waren fünf Redner. Eingangs ging Moderator Gunnar Gemeinhardt auf die Silvesterereignisse in Köln und anderen deutschen Großstädten ein. Ausdrücklich nahm der Straßberger dabei die Polizei in Schutz: "Seit Jahren wird auf die Polizei draufgehauen. Man hat sie eingeschüchtert, so dass sie vielfach gar nicht mehr die Herkunft von Straftätern nennen darf."

Anschließend widmete sich der Reichenbacher Olaf Opelt sozialen Verwerfungen im Land. In seinem knapp halbstündigen Redebeitrag grenzte sich der ehemalige Gastronom und Hotelier deutlich von Pegida ab: "Nein zu diesen Demos, weil auch dort die Leute nur in ihrem Zorn auf die Straße gezogen werden, ohne dass man Lösungswege aufzeigt."

Die Bundesregierung sei keine Regierung, sondern nur eine Verwaltung, und der Zwei-plus-Vier-Vertrag sei kein Friedensvertrag - mit diesen und weiteren Aussagen ließ der Reichenbacher unzweifelhaft eine gewisse Nähe zu den so genannten "Reichsdeutschen" erkennen. Anschließend betraten zwei Gäste aus Ungarn die Bühne. Imre Mészáros sprach mit Unterstützung eines Übersetzers ebenfalls mehr als 30 Minuten.

Seine Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik verband er mit der Forderung: "Bitte erlaubt uns, dass wir in Ungarn selbst entscheiden, wen wir aufnehmen und wie viele." Die Angst vor Krieg, Terror und Gewalt sprach aus den letzten drei Redebeiträgen. Die Plauenerin Antje Süß forderte, den Menschen vor Ort in ihren Heimatländern zu helfen und keine Waffen mehr in Krisengebiete zu liefern.

"Ich möchte nicht gegen Flüchtlinge hetzen. Aber ich bin gegen die, die auf unsere Kosten hier leben, ohne sich zu integrieren." Rüdiger Klughardt aus Darmstadt erklärte: "Wir haben 2016 und die treiben uns in den Krieg." S. Gerbeth