Wo sind die Grenzsteine?

Vermesser fahnden bei Elsterberg nach dem genauen Verlauf der Grenze zwischen Sachsen und Thüringen. Es geht um Geld für Grundstückseigentümer.

Elsterberg/Sachswitz - Zwei Männer sind mit GPS-Gerät für das Abstecken der Grenzpunkt-Koordinaten, mit Spaten und Stichel beziehungsweise Plattensucher unterwegs. Sie suchen etwas Wichtiges neben der Straße von Netzschkau nach Elsterberg nach Grenzsteinen. Denn hier, nahe des Greizer Ortsteils Sachswitz, grenzen die Freistaaten Thüringen und Sachsen aneinander.
"Wir suchen die alten Grenzsteine", sagt Christian Kotthoff im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger, einer der beiden Männer, und Chef eines gleichnamigen Vermessungsbüros aus Tanna. Den Auftrag habe die Niederlassung Plauen des Sächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr erteilt.
Hintergrund ist der Ausbau des Entwässerungsgrabens neben der Straße, die hier von Sachsen nach Thüringen wechselt. Laut Kotthoff wurde für die Verbreiterung auch Privatflächen dauerhaft in Anspruch genommen. Und die müssten entschädigt werden. "Deshalb ist der genaue Grenzverlauf wichtig." Allerdings sei mancher der alten Grenzsteine verschwunden, nicht selten seien sie zum Beispiel im Laufe der vielen Jahre von der Landwirtschaft untergepflügt worden. "Und wenn die letzte Vermessung im 19. Jahrhundert stattgefunden hat, wird es schwierig", sagt der öffentlich bestellte Vermessungsingenieur, der 13 Jahre bei der Marine gedient und im Zuge der Offizierslaufbahn Geodäsie und Geoinformation studiert hat - an der Bundeswehrhochschule in München. Der 37-jährige Kotthoff stammt aus dem Altenburger Land und führt sein Vermessungsbüro im thüringischen Tanna, unweit vom sächsisch-vogtländischen Reuth in der Gemeinde Weischlitz. ufa