Wo Schule ein Zuhause ist

Kreative Genies, junge Baumeister, Bastelfans: Alle fanden ein vergnügliches Angebot beim Tag der offenen Tür an der Grundschule am Karl-Marx-Platz in Oelsnitz. Auf den Schulweg machten sich Samstagvormittag Alt und Jung und sogar Fünftklässler zog es "heim".

Von Renate Wöllner

Oelsnitz -- Eine gute Gelegenheit bot sich den künftigen Schulanfängern das Haus und seine Lehrerinnen zu beschnuppern. Mit der Komplettsanierung, die im März 2017 abgeschlossen war, erhielt die Schule einen modernen Anbau, helle, freundliche Räume, mehr Platz für viele Aktivitäten, zum Beispiel in einem größeren Computerzimmer, das auch am Samstag rege genutzt wurde. Bei Kunstlehrerin Nadja Grigorenko herrschte Andrang. Hier konnte - dank Serviettentechnik - ein Winterbild in der Kürze der Zeit gestaltet werden und mit Pinsel und Farbe persönlichen Ausdruck erhalten. Frau Grigorenko, die in Plauen die "Schöne Welt" leitet, die "Schule für Kunst und Ästhetik - unterbreitet den Grundschülern immer Mittwochnachmittag ein Ganztagsangebot, bei dem "mit Geduld und Liebe" Farbgefühl und Feinmotorik trainiert werden. Handarbeiten bei Kollegin Simone Herold fordern "Flinke Finger". Auch das Kinderschminken von einer Mutti aus der vierten Klasse kommt gut an. Louisa Schaller hat sich zum Schmetterling stylen lassen. Sie ist mit ihren Eltern hier, weil sie im Sommer eingeschult wird. Bruder Nevio besucht bereits die 1. Klasse. In diesem Jahr steht der Tag der offenen Tür im Zeichen der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der "Räuberhöhle", dem neuen Schulhort an der Turnhalle, wolle man sich vorstellen, sagte Schulleiterin Jana Stingl. Als Dritten im Bund benennt sie die Eltern, ohne deren Mithilfe ein solcher Tag nicht zu stemmen wäre. Sie stehen hinter Angeboten, wie dem Flohmarkt der dritten und dem Kuchenbasar der vierten Klasse. Beide sehr gut nachgefragt. Den Schülern macht das Verkaufen Spaß. Was einkommt, und das ist nicht wenig, ist für die Klassenkassen beziehungsweise die Abschlussfahrt bestimmt. Kurz vor Mittag wird die Nachfrage noch mal angeheizt. "Alles zum halben Preis", tönt es aus dem Lautsprecher. Die Kuchenteller leeren sich.
"Ein sehr breites Spektrum", findet Steffen Schubert, dessen Sohn Martin Erstklässler ist. "Schön, dass man mit den Lehrerinnen ins Gespräch kommt und für die größeren Kinder ist es, als ob sie nach Hause kommen", meint der Oelsnitzer.
Jana Stingl blickt auf ein stabiles Lehrerteam, in dem es seit Jahren kaum Fluktuation gebe. Gut integriert habe sich eine Seiteneinsteigerin, die ein berufsbegleitendes Studium in Leipzig absolviert. Sehr zufrieden ist die Schulleiterin mit der Resonanz zum Tag der offenen Tür. "Der Aufwand hat sich gelohnt, für jeden war etwas dabei".