WLAN kommt, Initiator sauer

Im Bild: Eine von Kai Grünler erarbeitete Karte bereits bestehender Freifunk-Router in der Innenstadt. Ein entsprechender Router (nicht im Bild) existiert zudem rund um das Kasernengelände, wo sich auch das Asylbewerberheim befindet.

Der Weg für kostenloses WLAN in der Plauener Innenstadt ist frei. Nur der ursprüngliche Anbieter wurde in die Wüste geschickt.

Plauen - In den Ausschüssen war der Vorschlag der Linken auf durchweg positive Resonanz gestoßen. Im Grunde geht es um den kostenlosen WLAN-Zugang zum Netz, in der Anfangsphase vor allem in der Innenstadt. Im Stadtrat begründete Linken- Fraktions-Chefin Claudia Hänsel den Antrag namens ihrer Partei, man möge die Bürger nicht nur zur Kasse bitten, sondern ihnen auch mal was bieten.

Ein löbliches Unterfangen, was in der Stellungnahme der Verwaltung nicht anders gesehen wurde. Die auflaufenden Stromkosten belaufen sich auf jährlich etwa 2.000 Euro, die Router schlagen mit 85 Euro pro Stück zu Buche. Hänsel zufolge seien bereits ein gutes Dutzend Freifunk-Router in der Innenstadt aktiv - mit Unterstützung Plauener Bürger und Geschäftstreibenden. Kai Grünler, Initiator des Antrages, hatte für die schnelle Abdeckung der Stadt mit kostenfreiem WLAN die Chemnitzer Freifunk-Initiative ins Spiel gebracht.

Auch dagegen hatte sich im Vorfeld kein Widerspruch geregt, IT-Experten der Verwaltung hatten bestätigt, dass das interne Datennetz der Behörde in keiner Weise beinträchtigt werde und ihre Zustimmung für die Installation so genannter WLAN-Bridges avisiert.

Nun aber brachte die CDU-Fraktion einen weiteren Anbieter ins Spiel - die Stadtwerke Strom. Deren Geschäftsführer Peter Kober hatte noch am gleichen Tag der Stadtratssitzung über eine entsprechende Bereitschaft informiert. Ein erstes Konzept, so wurde Kober von CDU-Stadtrat Steffen Müller zitiert, könne bis Ende September erstellt werden, die Inbetriebnahme im November erfolgen. Die Linke fühlt sich brüskiert, wie in einer Stellungnahme am Mittwoch deutlich wurde.

Es sei die Fehlinformation erweckt worden, als sei das Angebot des Freifunk schlechter als eine kommerzielle Lösung. Zudem aus Sicht der Linken beide Anbieter hätten parallel voneinander ein Konzept erarbeiten können. So aber würden die Möglichkeiten der Freifunk-Initiative erheblich eingeschränkt, da keine öffentlichen Gebäude für den Aufbau eines freien WLAN genutzt werden können.

Die CDU hatte mit dem so genannten "Plauener Weg" argumentiert, der vor allem regionale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen favorisieren solle. Am Ende entschieden sich die Stadträte am Dienstag für den Antrag der CDU. tp