Wird Panzerbrücke über die Elster bald gesperrt?

Plauen - Sie ist der Rest einer unsäglichen Zeit und deshalb erhaltenswert, um die Erinnerung wach zuhalten und als Mahnung zu dienen, damit ein solcher Krieg nie mehr geschieht: Die unscheinbare Panzerbrücke über die Elster am Stadtrand von Plauen.

 

Seit längerem kümmert sich der "Verein der Freunde und Förderer des Vogtlandmuseums" um das Bauwerk, als Teil der umfangreichen Aktivitäten der Freizeithistoriker und Museumsmitstreiter, das Erbe, die Geschichte und die Erinnerungen der Vogtlandmetropole zu pflegen. "Die Brücke steht unter Denkmalschutz und wird darum auch nicht weggerissen werden", bestätigt Karl-Rudolf Hartenstein, Ortschronist des Vereins gegenüber dem "Vogtland-Anzeiger". Das Bauwerk wirkungsvoll und nachhaltig zu erhalten, das Informationsmaterial um die Brücke zu bündeln und der Öffentlichkeit eine wirkungsvolle Präsentation zu bieten, sieht der Historiker als aktuelle Aufgabe.

Rückblick. 1945. Die letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges bringen den Menschen Tod und Verderben. Der Krieg, von Deutschland in die Welt getragen, kehrt nach Deutschland und auch nach Plauen zurück. In der Vogtlandmetropole produziert die Firma Vomag (Vogtländische Maschinenfabrik) seit Jahren unter anderem den Jagdpanzer IV, eine Waffe des Angriffskrieges Hitlers.

Die Brücke diente zum Abtransport der Panzer und zum Heranschaffen der Arbeiter in die Halle. Die Panzerbrücke wurde in einer sehr robusten Weise gefertigt. Die Eisenträgerbrücke hielt die mit Panzern beladenen Eisenbahnwaggons ohne weiteres aus. An die 5000 Exemplare verließen seit 1943 diese Halle des Todes. Die war hundert Meter lang, die Höhe der Halle betrug an die zehn Meter. Die Plauener Rüstungsproduktion, die Arbeit in der Panzerhalle, erlag am 26. März 1945 nach einem schweren Luftschlag fast vollständig. Bis April 1945 erfolgten weitere Angriffe auf das Gelände und dies mit unsäglich schlimmen Folgen auch auf das zivile Plauen.

Heute. Trotz Bombentreffer steht die Brücke immer noch. Sie wird genutzt von Fußgängern, Wanderern und Radfahrern zum Überqueren des Flusses. Hässlich aussehend, schmiegt sich zudem eine längst nicht mehr in Betrieb befindliche Fernwärmeleitung an dem Bauwerk empor. Die Brücke befindet sich nach Aussagen von Hartenstein im Besitz der Sächsischen Landestalsperrenverwaltung, da sie sich auf dem Flurstück am Fluss so genannter erster Ordnung befindet. Nun soll sie, vor allem aus versicherungsrechtlichen Gründen gesperrt werden.

Möglicherweise könnte bald eine Informationstafel an dem technisch-historischen Bauwerk Passanten über die Geschichte der Panzerbrücke informieren, gestaltet vom Verein der Freunde und Förderer des Vogtlandmuseums. Auch über den Abriss der alten Fernwärmeleitung werde beraten, sagt Karl-Rudolf Hartenstein. Frank Blenz