"Wir sind auch nur ein Volk"

"Wir sind auch nur ein Volk" - humorvoller lassen sich die Klischees und Vorurteile zwischen Ost und West während der Wiedervereinigung kaum beschreiben. Am heutigen Samstag feiert das Stück im Vogtlandtheater Premiere.

Plauen Fernsehen bringt die Menschen einander näher und deshalb beschließen die Sendeanstalten eine Serie über die Wiedervereinigung zu produzieren. Eine typisch ostdeutsche Familie soll gezeigt werden, mit all ihren Sorgen und Freuden. Anton Steinheim wird als Autor verpflichtet. Dumm nur, dass er noch nie Kontakt zu Bewohnern der neuen Bundesländer hatte. Deswegen wird eine Ostfamilie als Studienobjekt verpflichtet und mit den Grimms landet man dabei einen Volltreffer. Die Familie um den arbeitslosen Dispatcher Benno braucht zudem das Geld. Dieses fließt aber nur, wenn sie dem Autor auch stetig Material liefern. Und was macht man, wenn man aus seinem normalen bis langweiligen Leben nichts zu erzählen hat? Man erfindet sich einfach selbst eine DDR-Realität, die viele Klischees zu bedienen weiß …
1994 schreibt Jurek Becker mit Wir sind auch nur ein Volk die Fernsehserie zur Wiedervereinigung, welche noch im gleichen Jahr mit Manfred Krug verfilmt wird. Mit scharfsinnigem Humor schaut der Autor dabei auf die Ost-West-Entfremdung, zeichnet Klischees und Vorurteile und entwirft ein herrlich ironisches Bild einer Zeit des deutsch-deutschen Kennenlernens.
Als Darsteller sind zu erleben Julia Hell, Else Hennig, Alexander Bräutigam, Olaf Hais a. G., Marcel Kaiser, Daniel Koch, Peter Princz und Michael Schramm. Regie führte Jan Jochymski, für Bühne/Kostüme war Thurid Goertz verantwortlich, die Dramaturgie oblag Maxi Ratzkowski. - Premiere am heutigen Samstag, 19.30 Uhr, im Vogtlandtheater. Das Stück eignet sich für Zuschauer ab 12 Jahren.
Apfeltraum - so der Titel eines Songs der legendären Band Renft, die bis zu ihrer Auflösung 1975 durch die DDR-Behörden zu den einflussreichsten Rockformationen der ehemaligen DDR zählte. An der Entstehung von Apfeltraum war nicht zuletzt der bekannte Musiker Peter "Cäsar" Gläser beteiligt. Dessen Söhne haben sich unter diesem Namen zu einem Nachfolgeprojekt von Renft zusammengefunden, um an die unvergessenen Lieder ihres Vaters erinnern: Moritz und Robert Gläser, der auch als Solokünstler in Erscheinung tritt, nehmen sich in ihren Programmen gemeinsam mit dem Drummer Christian Gerlach, der des Öfteren mit Peter Gläser aufgetreten ist, dessen Wegbegleiter Big Joe Stolle und dem Gitarristen Mauro Pandolfino ebenso der bekannten Hits "Cäsars" an wie unbekannteren Songs aus seiner Feder, die alte Freunde dieser Musik ebenso begeistern wie jüngere Generationen. Am 7. Oktober tritt die Band erstmals gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau auf, um an die Zeit vor und nach der Wende zu erinnern. Los geht‘s 20 Uhr.