Wildwuchs setzt Ruine zu

An Ruinen nagt oftmals der Zahn der Zeit - das ist im Falle der Burgsteinruine Krebes nicht anders. Und wenn etwas kaputt ist, dann muss es repariert werden. Spätestens dann kommt der Eigentümer des Geländes ins Spiel - in diesem Falle die Stadt Plauen.

Plauen/Krebes Die Begeisterung über "seinen" Besitz hält sich bei Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer allerdings in Grenzen, denn Reparaturen gehen bekanntlich ins Geld. Die Linksfraktion im Stadtrat stellte innerhalb der Haushaltsdebatte den Antrag, ob Reparaturmaßnahmen für die Mauerkrone der Burgstein-Ruine mit in die Planungen aufgenommen werden könnten. Die Mehrheit der Stadträte stimmte dem Prüfauftrag an die Verwaltung zu. "Die Stadt sollte ihrer Verantwortung gerecht werden", so Linken-Stadträtin Petra Rank. "Die Mauerkrone ist nicht so desolat, dass von ihr eine Gefahr ausgeht", sagt Peter vom Hagen, Betriebsleiter der Gebäude-und Anlagenverwaltung (GAV). Einzelne Risse seien zu konstatieren. "Es besteht aber keine Einsturzgefahr", fügt er hinzu.
Die Stadt hatte in den 1990er Jahren große Teile der Burgsteinruine saniert. 2007 wurde eine Treppe in den oberen Teil eingebaut. Größerer Instandsetzungsarbeiten kamen nicht mehr hinzu. Wildwuchs und Witterung setzten im Laufe der Jahre der Mauerkrone zu, sodass dringend etwas unternommen werden muss, um weitere Schäden abzuwenden, so Rank.
Die Pflege des Areals liegt in den Händen des Vereins Burgstein erLebeben. Der Verein pflegt zwar die Anlage, erhält aber durch die Stadt kaum finanzielle Unterstützung - 100 Euro jährlich. Daraus folgt, dass dieser selbst keine größeren Instandhaltungsmaßnahmen finanzieren kann, betont Rank. Ein Fassadenkletterer entfernt zwar regelmäßig Wildwuchs - mehr ist aber nicht drin.
"Wir müssen dem Verein helfen, Fördermittel zu akquirieren", so CDU-Stadtrat Professor Lutz Kowalzick. Im Kulturausschuss machte Lukas Günther von Burgstein erLeben kürzlich auf die prekäre Situation der einstigen Wallfahrtskirchen aufmerksam - unter anderem auf ausgebrochene Steine und fehlenden Steinplatten an den Fensteröffnungen.
Größere Summen an eigenem Geld will die Stadtverwaltung indes nicht aufbringen. Das machte Stadtoberhaupt Oberdorfer wiederholt deutlich - jüngst zur Stadtratssitzung. "Es gibt in der Stadt genug zu tun", nimmt der Rathaus-Chef kein Blatt vor dem Mund. In Zeiten knapper Kassen müsse mit den begrenzten Mitteln sparsam umgegangen werden. Der OB verhehlt nicht, dass es ihm am liebsten wäre, wenn die Burgruinen von der Gemeinde Weischlitz oder dem Vogtlandkreis übernommen werden würden. Die Gemeinde Weischlitz hätte deutlich bessere Vermarktungsmöglichkeiten. "Einen direkten Bezug zur Stadt Plauen gibt es nicht", sagt Oberdorfer.
Das sieht Stadtrat Lutz Kowalzick indes anders und erinnert daran, dass sich das Areal in fußläufiger Entfernung zum Herrmann-Vogel-haus-befindet - einer Außenstelle des Plauener Vogtlandmuseums. Eine Veräußerung der Burgsteinruinen steht für ihn daher nicht zur Debatte.