Wie wird das Wetter?

Ein bekannter Mann versuchte die wichtigste Frage vor dem Urlaub zu beantworten: Wetterbauer Rolf-Eckart Uebel.

Von Gabi Kertscher

Bad Elster - In der Paracelsus Klinik Am Schillerpark Bad Elster sprach er zu Wetterregeln, Witterung und Klimawandel. Seit 1735 beobachten seine Vorfahren das Wetter. Es sei damals völlig normal gewesen, dass die Bauern sich nach dem Wetter richteten. Wetteregeln, so wie sie jeder kennt, sind Erfahrungen aus den Beobachtungen der Flora und Fauna. Auf Grund des Klimawandels haben sich die Temperaturen um etwa einen Monat nach vorn verschoben. "Im Februar blühten die Krokusse, im März hatten wir Aprilwetter und vom 11. bis 15. April zogen die Eisheiligen durch. Im Mai kam dem die Schafskälte von Juni, so dass der Juni die typische Julihitze hatte."
In den Sommermonaten pegelt sich das Wetter wieder ein, versprach Uebel. Die Menschen sollten das Wetter beobachten - und Rückschlüsse ziehen. So sei der 2. Februar (Lichtmess) ein wichtiger Lostag. Der Winter hat Halbzeit und wenn dann der Frost noch tief im Boden steckt, dauert es 5 bis 7 Wochen, bis der Frühling kommt. 
Richtig sei auch, das auf Märzennebel nach 100 Tagen Blitz und Donner folgen. Das sei für die Bauern wichtig, da in dieser Zeit das erste Heu gemacht wird. Die Bauern verließen sich in den früheren Jahrhunderten auf solche und ähnliche Wetterregeln. Gewitterwolken wurden beobachtet und zeigten an, ob Regen kam. Die großen Windräder sorgen heute für ein verlangsamtes Ziehen der Wolken und sogar für die Änderung der Richtung. "Der Mensch hat mit seinen Eingriffen in die Natur selbst für die Veränderungen gesorgt." Der Wetterbauer erklärte anhand der gefluteten Tagebaugruben zwischen Leipzig und der Lausitz, dass die große Flächen für die Veränderung der Witterungsverhältnisse an den Mittelgebirgen sorgen. Er empfahl den Anwesenden in den nächsten Jahren das Wetter zu beobachten. Seinen Erfahrungen zu Folge sind die auftauenden Polarmeere an den Küsten von Rußland und Kanada für die zeitigen Schneefälle in den vergangen Jahren verantwortlich. "Irgendwo muss der Wasserdampf doch hin." 
Die ältere Generation kann Sommer und Winter in der Vergangenheit mit denen von heute vergleichen. "Für die jungen Leute werden Hitze, tennisballgroße Hagelkörner und Unwetter normal sein. Sie kennen es nicht anders." Er gab zu verstehen, dass es schon immer mal Klimawandel gab, der derzeitige jedoch ist vom Menschen ausgelöst. "Und das ist das Schlimme daran." Die Erde wehrt sich. Die Veränderungen haben begonnen und lassen sich nicht mehr aufhalten. "Wir können nur dafür sorgen, dass sich der Klimawandel langsamer vollzieht." 
Der vogtländische Wetterbauer Rolf-Eckart Uebel lebt in Bad Elster, hat hier jahrelang eine Wetterstation geleitet und gibt seine Erkenntnisse jeden Monat im MDR an die Hörer weiter. "Und wie wird der Sommer in diesem Jahr", wurde gefragt. Langzeitprognosen seien wissenschaftlich nicht haltbar. Flora und Fauna im Vogtland haben ihm verraten, dass die erste Hälfte des Juli überwiegend bedeckt und nicht mehr so warm sein wird. Dann folgen wieder einige sehr heiße Tage, bis in der letzten Woche Gewitter über die Region ziehen. "Der August hat eine schöne und eine wechselhafte Hälfte, welche das sein wird, wird sich zeigen", ergänzte Uebel mit einem Augenzwinkern.