Wie war das Wetter 2020?

Das Jahr war zu trocken und zu warm - obwohl es wenig heiße Tage gab. Das sagen die Daten des Deutschen Wetterdienstes, der drei Wetterstationen im sächsischen Vogtland betreibt und Daten von zehn Niederschlagsstationen im Kreis bezieht.

Plauen/Bad Elster - "Die höchste Temperatur 2020 im sächsischen Vogtland betrug 35,3 Grad Celsius und wurde am 9. August in Plauen gemessen", sagt Ralph Hasse, Mitarbeiter der Klima- und Umweltberatung des Deutschen Wetterdienstes. Er hat Wetterdaten für das sächsische Vogtland für das zu Ende gehende Jahr zusammengetragen:
• Die tiefste Temperatur wurde mit -9,2 Grad Celsius am 24. März in Plauen gemessen.
• Wo und wann hat es am meisten geregnet? Die höchste Tagessumme (82,9 Millimeter) fiel an der Talsperre Falkenstein am 30. August. Die höchste Stundensumme (20,1 Millimeter) fiel laut Niederschlagsstation Erlbach-Eubabrunn am 17. August. Hasse: "Man kann die Niederschlagsmenge umrechnen: 10 Millimeter entsprechen 10 Liter pro Quadratmeter."
• Und der Wind? Wo und wann hat er am meisten geblasen? Die höchste Tageswindspitze wurde mit 25,4 Meter pro Sekunde (91,4 Kilometer pro Stunde) am 10. Februar gemessen. "Auf der von der Meteorologie genutzten Beaufort-Skala entspricht das Windstärke 10: Der schwere Sturm     kann Bäume brechen und größere Schäden an Häusern anrichten", erklärt Hasse.
• Thema: Schnee: Die höchste Schneehöhe wurde mit 20 Zentimetern gemessen - am 6. Februar an der Niederschlagsstation Grünbach-Muldenberg.
• Hasse liefert ebenfalls Monats- und Jahresmittel der 2020er Temperaturen im Vergleich zu früher: In Bad Elster-Sohl lag das Jahresmittel bei 8,5 Grad - der Mittelwert aus 30 Jahren zwischen 1981 und 2010 liegt bei 6,8 Grad. Elf Monate 2020 waren wärmer als der 30-jährige Mittelwert, nur der Mai (9,9 Grad/11,3 Grad) war kälter. Die größte Differenz gab es im Februar, der 4,4 Grad wärmer war (3,0 Grad/-1,4 Grad). In Plauen betrug das Jahresmittel 9,6 Grad - der Mittelwert aus 30 Jahren zwischen 1981 und 2010 liegt bei 8,2 Grad. Auch hier wies der Februar die größte Differenz auf: 4,7 Grad zu 0 Grad; und auch an dieser Wetterstation zeigte sich der Mai als einzige Monat, der kälter war als der 30-jährige Mittelwert: 10,8 Grad zu 12,5 Grad. "Bitte beachten: Die Temperaturen sind immer Grad Celsius, die Differenzen Kelvin", sagt Hasse.
• Wie sieht die Monats- bzw. Jahressumme der Niederschlagshöhen aus? In Bad Elster-Sohl fielen 2020 bis einschließlich 27. Dezember 712 Millimeter. Im 30-jährigen Mittel sind es 789 Millimeter. Im August hat es doppelt so viel geregnet, wie im Mittel 1981 bis 2010: 161,1 Millimeter zu 81,0 Millimeter. Das andere Extrem war im November zu verzeichnen: 11,7 Millimeter zu 63,0 Millimeter. Wie sehen die Zahlen für Plauen aus? Bis Stichtag 17. Dezember fiel 589,1 Millimeter Niederschlag. Im 30-jährigen Mittel sind es 616 Millimeter. Regenreicher als im Schnitt erwies sich der Juni: 151,3 Millimeter zu 69,0 Millimeter. Extrem trocken scheint der Dezember zu werden - bisherige Werte: 3,9 Millimeter zu 45,0 Millimeter.
• Die Sonnenscheindauer in Plauen wird für dieses Jahr (Stichtag 17. Dezember) mit 1769,9 Stunden angegeben - gegenüber 1516,0 Stunden als 30-jähriger Mittelwert. Am Sonnenreichsten zeigte sich der April, der 77 Prozent mehr Sonnenstunden aufwies: 283,1 Stunden zum 160,0 Stunden.
• Hier der Blick auf die Zahl der Sommertage, an denen mindestens 25 Grad erreicht wurden: In Plauen gab in diesem Jahr 43 Tage. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre waren es 49 Tage. In Sohl bei Bad Elster zählte man 2020 genau 29 Sonnentage - der zehnjährige Schnitt weist 34,5 Tage aus.
• Es fehlt die Zahl der heißen Tage - mit mindestens 30 Grad: In Plauen wurde dieser Wert im vergangenen Jahr 8 Mal erreicht. Der Mittelwert der vergangenen zehn Jahre liegt bei 13,2 Tagen. Für die Wetterstation Sohl liegen folgende Werte vor: 5 Tage zu 6,9 Tagen. ufa

DWD-Stationen:

Der Deutsche Wetterdienst betreibt im sächsischen Vogtland drei automatische Wetterstationen in Plauen, Treuen und Sohl bei Bad Elster. Außerdem gibt es zehn DWD-Niederschlagsstationen, an denen teilweise manuell abgelesen wird - in Bad Brambach-Raun/Gürth, Eichigt-Tiefenbrunn, Erlbach-Eubabrunn, Falkenstein, Grünbach-Muldenberg, Klingenthal-Kamerun, Mühltroff, Oelsnitz, Tirpersdorf und Weischlitz-Heinersgrün.