Wie Jens Weißflog

Seit Jahren gehört er zu Klingenthal: Der Sommer Wasser Grand Prix, die inoffizielle Wasserskisprung-Weltmeisterschaft in der "Dürrenbach-Arena", benannt nach dem Ort des Klingenthaler Freibades.

Von Helmut Schlangstedt

Klingenthal - Nirgends auf der Welt gibt es eine vergleichbare Veranstaltung, die nur 2017 (wegen der Sanierung des Bades) ausfallen musste. Doch seitdem ist wieder alles beim alten und das Skispringen fand am Wochenende im Rahmen des Badfestes statt. Und mittlerweile hat sich das Springen zu einem echten sportlichen Wettkampf gemausert. Sah man in den Anfangsjahren oft genug Fragezeichen und Hufeisen von der Schanze abheben, fliegen die Springer mit dem Ziel bester Haltungsnoten heute wie Supermann durch die Luft. 
Organisator des Spektakels ist die Wasserwacht. Wesentlicher Faktor des Erfolgs ist dabei die seit Jahren gute Zusammenarbeit mit dem Klingenthaler VSC, der vor allem technisches Gerät, wie Videoweitenmessung oder Kampfrichterausrüstung bereitstellt. Doch ohne das ehrenamtliche Engagement der vielen Beteiligten, wie der Kampfrichter oder von Stadionsprecher Jochen Hendel sowie zahlreicher Sponsoren ginge gar nichts.
Auch diesmal war es ein internationaler Wettkampf, denn es nahmen wieder zwei Kameraden der Graslitzer Feuerwehr an der WM teil. Und gleich einen ganzen "Fanclub" hatten die vier Springer vom WSV Harzgerode mitgebracht, was man am frenetischen Applaus beim Springen ableiten konnte, von dem sich auch Jochen Hendel beeindruckt zeigte. Von dort kam mit dem zwölfjährigen Gregor Dietrich und Knut Becker, Jahrgang 1972, auch der jüngste und älteste Teilnehmer. 
Am Samstag fand das Qualifikationsspringen der insgesamt 24 angemeldeten Teilnehmer statt, wobei allerdings vier von ihnen verhindert waren. Dabei ging es nur um die Startreihenfolge am Sonntag, denn da es unter 30 Springer waren, konnte niemand ausscheiden. Sieger des Vorjahres war übrigens Anthony Ulbert vom WSV Aschberg-Mühlleithen. 
Am Sonntag kam dann die Stunde der Wahrheit mit dem Wertungsspringen der 21 Teilnehmer am Start, bei dem es in der Tat nach den zwei Durchgängen einige Überraschungen gab, wobei die Sprünge auf eine 100 m Schanze umgerechnet wurden. So musste sich der dreimalige Sieger Anthony Ulbert knapp mit 241,6 Punkten vor Walter Thalmann vom WSV Harzgerode mit 243,3 Punkten geschlagen geben. Auf Platz 3 landete Philipp Baluttis vom WSG Rodewisch mit 236,3 Punkten. Die Harzer Mannen sorgten aber noch für eine weitere Überraschung, denn Gregor Dietrich konnte auch den hölzernen Pokal und die Urkunde für den "Man of the day" als bemerkenswertester Springer mit nach Hause nehmen. In der Gruppe der unter 18jährigen belegte er Platz 3 hinter Paul Kinder vom WSV Harzgerode und Friedrich Leon von der Wasserwacht Klingenthal auf Platz 1. Und in der Mannschaftswertung siegte der WSV Aschberg-Mühlleithen mit Anthony Ulbert, Steve Röder und Toni Schlott vor dem WSV Harzgerode mit Walter Thalmann, Knut Becker und Paul Kinder und der Wasserwacht mit Marco Büttner, Leon Friedrich und Frank Meinel auf Platz 3.
Der Siegerehrung, bei der Peter Vodel als Stellvertreter des Bürgermeisters gratulierte, folgte die obligatorische Sektdusche, was Jochen Hendel verchmitzt zu der Bemerkung "Bloß gut, dass die Stadt hier den billigsten Sekt genommen hat…", veranlasste. Es war aber doch der gute Stadtsekt, sogar mit Schleifchen.