Widerstand gegen geplantes Windrad

Ein sinnloser Kampf des Don Quijote gegen die berühmten Windmühlenflügel soll es nicht werden, ist sich die Bürgerinitiative Windrad einig. "Das Windrad im Gewerbegebiet muss verhindert werden", findet nicht nur Zahnarzt und Stadtrat Dr. Wolfgang Seifert, der mit zur BI Windrad gehört. Zudem fordert er von der Stadt, mit offenen Karten zu spielen, die Bürger vernünftig und aufklärend zu informieren.

Im Vorfeld, nicht im Nachhinein. Denn die Gefahren, die diese alternative Energieform mit sich bringt, seien nicht zu unterschätzen und schlichtweg unzumutbar in solch unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauung und sensibler Industrieproduktion. Nachweislich befürchtet auch Norman Brückner, Geschäftsführer der Catgut Markneukirchen, Beeinträchtigungen seiner hochsensiblen Maschinen. Die Schweizer Herstellerfirma habe das bestätigt. Firma Gebrüder Mönnig sieht Probleme bei der Feinabstimmung der Musikinstrumente.

Frühzeitig protestiert hatte auch Landschaftsarchitekt Hans Ludolf Parisius. Der um sich greifenden "Verspargelung" der Landschaft müsse Einhalt geboten werden, auch mit klaren Regelungen per Gesetz. hat Fakten zusammengetragen, die per Flugblatt an Markneukirchner Haushalte gehen. In ausgewählten Geschäften - sie sind erkenntlich durch orange Plakate in den Schaufenstern - können Bürger per Unterschrift Protest anmelden.

Dennoch sei der geplante Bau zu stoppen, wenn gleich der Vorentwurf zur Änderung und Erweiterung des B-Planes bereits auf den Weg gebracht ist - mit Windrad. Träger öffentlicher Belange geben derzeit ihre Stellungnahme ab, die muss der Stadtrat abwägen, bevor der Entwurf zur endgültigen Beschlussfassung den Stadtrat passieren kann. Voraussichtlich im Oktober.

Protest angemeldet hat die BI Windrad gerade noch rechtzeitig während der öffentlichen Auslegung des Entwurfes zur Erweiterung und Änderung des Gewerbegebietes am 22. Juni. Dieser soll den Weg frei machen, für die Windkraftanlage. Leider habe man den "Braten erst spät gerochen", bedauert die BI. Denn die Erstinformation in Sachen Windrad sei tatsächlich im September 2011 erfolgt. Hier gab es Informationen zum Warwick-Energie-Report. Als Option fiel dort auch der Begriff Windkraftanlage. In den später vorliegenden Planungen sei das Windrad optisch kaum sichtbar gewesen, ein hauchdünner Strich in der Landschaft. va