Widerspruch zu Kritik an Essensrationen der Tafel

Plauen - Missstände bei der Plauener Tafel prangert ein Bedürftiger an, der seinen Namen nicht nennt: In der Plauener Ausgabe-Stelle sollen Bedürftige mit zwei gut gefüllten Beuteln nach Hause gehen, die Besucher anderer Tafel-Ausgaben im Vogtland speise man mit nur einer Tüte ab.

Dieser Tage ging das anonyme Schreiben bei Tafel-Chefin Konstanze Schumann ein. Der Briefschreiber bemängelt die Benachteiligung der Bedürftigen in den Tafel-Ausgabestellen in Auerbach, Rodewisch, Bergen und weiteren auf dem Lande gegenüber der Plauener. Er wisse, wovon er rede, sei er doch bei den Ausgaben in Plauen, Rodewisch, Auerbach und Bergen vor Ort gewesen und habe beobachtet, was man dort den Leuten in die Tüten fülle.

Vor einem Jahr noch haben die Auerbacher Bedürftigen noch Waren im Wert zwischen 20 und 25 Euro bekommen - nun seien die Waren dort nur noch zwischen acht und zwölf Euro wert. In Plauen dagegen bleibe es bei einem durchschnittlichen Betrag von 25 bis 30 Euro pro Person. "Warum kann man die Waren nicht so aufteilen, dass überall jeder gleich viel für das gleiche Geld bekommen kann? Sind denn die anderen Bedürftigen Menschen 2. Klasse?" fragt der Kritiker, der der Tafel-Chefin damit droht, an die Öffentlichkeit zu gehen, falls die Lebensmittel nach Ostern nicht gerechter an die Leute verteilt werden.

Der Ausführung der Drohung wollte Konstanze Schumann nun offentsichtlich zuvorkommen und hat sich selbst damit an die Öffentlichkeit gewandt. "Meine ehrenamtlich engagierten Mitarbeiter lasse ich nicht durch solche haltlosen Anschuldigungen verunglimpfen", wehrt sich Schumann. Die Feststellung, dass man in Plauen mit mindestens zwei Beuteln die Tafel verlässt, in den anderen Ausgabestellen aber nur mit einem Beutel - das sei nicht nachvollziehbar, weist Schumann die Vorwürfe zurück.

Eine Tüte - das ginge schon aus hygienischen Gründen nicht, da man in eine Tüte Lebensmittel, wie Brot, Wurst und Molkereiprodukte packe, in die andere Obst und Gemüse. Schumann: "Das Team der Tafel ist immer um eine ausgewogene Verteilung der Waren bemüht." Natürlich komme es vor, dass manche Waren, so leicht verderbliche, bei Anlieferung sofort ausgegeben werden müssten und nicht gelagert werden könnten.

Um Engpässe auszugleichen, hole man sogar Waren aus Nürnberg und Dresden. Diesen erheblichen finanziellen Mehraufwand (Sprit) berechne man den Tafel-Kunden aber nicht. Konstanze Schumann appelliert an den Mut des Briefschreiber, mit der Tafel vertrauensvoll in Kontakt zu treten. Im Übrigen suche man immer ehrenamtliche Mitarbeiter für Ausgabestellen in Orten, in denen es solche noch nicht gibt. cze