Whisky aus der Höhle

Die Straßberger Whiskyfans von "Spirit of the Oak" haben sich einen neuen Coup ausgedacht: In acht Jahren wird es einen "Drachen-Whisky" aus Syrau geben - zum 100. Jubiläum der Drachenhöhle.

Von Ingo Eckart

Syrau/Straßberg - Die Syrauer Drachenhöhle wurde am 14. März 1928 entdeckt. Genau vor 92 Jahre später werdem Wolfgang Lückert und seine Mitstreiter von den Whyskyfans zwei Fässer zu je hundert Litern voll leckerem sächsischen Whisky in der Höhle einlagern. "Wie wir die Fässer die 81 Stufen runter kriegen und vor allem diese an den vorgesehenen Ort oberhalb des Treppenabsatzes bekommen, müssen wir noch genau eruieren", gesteht Lückert. Der gute Tropfen, der momentan etwa 60 Volumenprozente nach dem Brennprozess aufweist, kommt aus der Sächsischen Spirituosenmanufaktur in Kirschau bei Dresden.
"Es handelt sich um einen sehr gut gebrannten Whisky, der bereits zwei Jahre in einem Eichenfass gelagert wurde. Nun erfolgt eine Veredlung des Brandes in gebrauchten Bourbon-Whiskeyfässern aus den USA, die dort nur einmal genutzt werden dürfen. Diese werden wieder aufgearbeitet und werden ihre Gerbstoffe und Aromen so in unseren Whisky abgeben.
Grundsätzlich gilt: Je länger ein Whisky reift, desto milder und ausgewogener wird er am Ende sein", erläutert Lückert.
Gemeinsam mit Heidrun Bauer, der Chefin der Drachenhöhle, hat er nun die Idee eines "Drachen-Whiskys" ersonnen. Das größte Problem sei, dass in Deutschland aufgrund der stark schwankenden Temperaturen richtige Lagerung schwierig sei. "Bei uns in der Drachenhöhle herrschen Sommer wie Winter 10 Grad plus Temperatur und 98 Prozent Luftfeuchtigkeit", sagt Frau Bauer.
Lückert geht nach eigenen Bekunden davon aus, dass in acht Jahren etwa 300 Flaschen Whisky abgefüllt werden können. Schon jetzt können interessierte Genießer sich Anteile an den Fässern kaufen. "Wir werden regelmäßig verkosten, wie weit die Reifung gediehen ist. Wir erwarten, dass in acht Jahren ein prachtvoller und hochwertiger Whisky aus Sachsen entstanden sein wird - ein echter Drachen-Whisky eben." Der Straßberger Verlagsunternehmer reist dem Vernehmen nach regelmäßig selbst in schottische, süddeutsche und schwedische Destillerien, um fassweise die hochprozentigen Brände zu erwerben, die dann abgefüllt im Vogtland und darüber hinaus vertrieben werden. Und aus diesen Reisen heraus entstehen immer wieder leckere Tröpfchen und Verschnitte, die bei Whiskyliebhabern einen gute Ruf erworben haben.
Einen solchen Verschnitt hält Lückert bereits jetzt bereit - unter dem Namen "Warten auf den Drachen", kann man eines der Whisky-Exponate verkosten. Im Sortiment des Drachenhöhle-Shops werden die Fläschchen neben den Anteilsscheinen an den eingelagerten Fässern ab sofort verkauft.
Um die fachgerechte Lagerung der Fässer zu gewährleisten, musste man ein wenig improvisieren. So hat sich Lückert eine dreirädrige Sackkarre zugelegt, mit der er die Fässer die Treppe in die Höhle hinab transportieren will.
Um die Fässer liegend zu lagern, schweißte er ein Gestell aus Metall. "Ich denke, dass wir auch ohne das Drehen der Fässer die Aromen gut in den Whisky bekommen", schwärmt Lückert schon davon, was er sich erhofft - rauchige und holzige Töne in einem runden Whisky.