"Wettina" hütet das Radon

Gesund werden mit natürlichem Radon, Schmerzen behandeln, ohne chemische Nebenwirkungen - darauf setzt Bad Brambach und investiert über 10 Millionen Euro.

Von Marlies Dähn

Bad Brambach - Die Prinzessin ist aus Bronze und gut 100 Kilo schwer. Trotzdem wirkt sie zart und erinnert an eine Meerjungfrau. Schützend hält sie ihre Hände, ganz so, als würde sie Wasser schöpfen. Zwischen den Fingern rinnt kostbares Heilwasser. "Unsere Prinzessin trägt den Namen ,Wettina‘," lächelt Gernot Ressler, Geschäftsführer der Sächsischen Staatsbäder GmbH, bedeutungsvoll. Im Dezember 2018 hielt die von einer Dresdner Künstlerin geschaffene Statue Einzug in die Wettinquelle, gleich gegenüber vom Trinkbrunnen. Laut Ressler habe gerade die Radontrinkkur aus der Wettinquelle eine konzeptionelle Aufwertung erfahren. Die Aufnahme des Radons aus dieser stärksten Quelle weltweit über den Magen-Darmtrakt erfolge viel intensiver, als bisher angenommen. Daher werde man nun das heilende Wasser aus dem Trinkbrunnen nicht mehr einfach so abgeben. Zudem sei auch eine ärztliche Unbedenklichkeit vorzulegen, bevor die Quellenfrauen Gästen und Patienten das Wasser reichen. Insgesamt fünf Radonquellen gibt es in Bad Brambach. Seit mehr als 100 Jahren wird Radon für Heilzwecke eingesetzt. 
Jetzt wird kräftig investiert, damit Bad Brambach nicht abgekoppelt wird vom "Großen Bruder", ließ dazu am Freitag auch der Sächsische Staatsminister der Finanzen, Dr. Matthias Haß wissen. "Auch wenn die Opposition im Landtag etwas "herumgemäkelt" habe, wegen der erneuten Investition in Sachsens Staatsbäder. Lob gab es in diesem Zusammenhang auch für CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz. Seinem Einsatz und seiner Erfahrung sei es zu verdanken, dass es die Millioneninvestition in den Haushaltsplanentwurf geschafft hat. Heinz gab sich bescheiden. Man dürfe sich nicht in die Karten schauen lassen, müsse geschickt agieren und brauche einen König an seiner Seite. Damit spielt Andreas Heinz auf Hansjörg König an. Der Stuttgarter wurde jüngst zum Ehrenbürger von Bad Elster ernannt und hatte als Spitzenbeamter im Dresdener Politikbetrieb entscheidende Weichen für Bad Elster gestellt. So geht auch die Gründung der Staatsbäder-GmbH mit auf sein Wirken zurück. Hansjörg König war am Freitag unter den Gästen in der Festhalle Bad Brambach und freute sich. 
 Auch Bad Brambach sei einmal dran, das habe er immer gesagt, beteuerte Gernot Ressler. Nun lege man eine Schippe drauf. In den Kolonnaden am Teich entstehe ein modernes Zentrum mit Multi-Funktion. Schulungen, Beratungen und Therapieräume entstehen. Das moderne Trainingszentrum kann dann auch von der Bevölkerung genutzt werden. Ehrgeizig ist der Zeitplan. Bereits am 6. Juli 2019 erfolgt der Spatenstich für den Neubau mit Baggeraushub durch Ministerpräsident Michael Kretschmer. Schon im Herbst 2019 soll der Rohbau des Therapiegebäude "Kolonnaden am Teich" fertig gestellt sein. Im Juli/August 2020 ist dann die Generalsanierung der Bade- und Saunalandschaft Bad Brambach sowie der Umbau der Ebenen 1 bis 3 im Therapie- und Wohlfühlzentrum geplant. Im vierten Quartal 2020 ist dann die Fertigstellung des Neubaus Radontherapie geplant. "Der Neubau geht dann ans Netz", merkte dazu Gernot Ressler an. Der weitere Umbau des Therapie- und Wohlfühlzentrums in den Ebenen 4 und 5 und die komplette Inbetriebnahme des Neubaus sind dann ab dem vierten Quartal 2020 geplant.
 Voraus ging der Investition eine europaweite Ausschreibung. Neun Architekten-Bros waren zugelassen. Der Siegerbeitrag wurde am 29. November 2018 gewählt und stammt vom Architekturbüro Baum&Kappler aus Nürnberg. Architekt Andreas Baum war am Freitag vor Ort. Geboren wurde er in Plauen, wuchs in Jößnitz auf, studierte am Bauhaus Weimar und übernahm 2008 das Architekturbüro in Nürnberg mit 42 Mitarbeitern. Eltern und Schwiegereltern leben im Vogtland. Verbaut wurden im Entwurf viel Holz.