Wernitzgrüner Modellbauer präsentieren ihre "Vögel"

Der "Rote Baron" begeisterte am Samstag mit seiner Fokker-Maschine hunderte Besucher auf dem Wernitzgrüner Flugplatz. Ihnen bot sich damit ein Stück deutscher Fluggeschichte, die durch zahlreiche andere fliegende Modellmaschinen komplettiert wurde. Diese bauten und steuerten Mitglieder des "Modellsportclub Oberes Vogtland".

 

Ihre Flieger kosten zwar in der Herstellung keine hunderte Millionen an Euro wie für ihre echten "Vögel" aufgebracht werden muss, aber dafür mitunter mehr als tausend Arbeitsstunden. Bis zu 15 Kilogramm brachte so ein mit viel Liebe zum Detail gebastelter Flugkörper am Samstag auf die grüne Wiese. Beispielsweise der von Roberto Grimm, der das schwerste und wohl auch das schönste Modell von allen zeigte.

Der Wernitzgrüner schraubte, sägte, hämmerte, malte, leimte und setzte in unzähligen Stunden seiner Freizeit viele Bauteile zusammen, bis sein Werk nach zwei Jahren kunstvoll vollendet war - eine "Fokker DR Eins". Insider wissen, das ist die Maschine, die einst der "Rote Baron", Manfred von Richthofen, flog. Ein schneller Rückflug in die Historie besagt, das Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen ein deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg war. Den berühmten Beinamen "Der Rote Baron" erhielt Richthofen, weil er einen Großteil seiner Einsätze meist in rot gestrichenen Flugzeugen flog.

Um den Flugschaugästen die Geschichte im rechten Bild erscheinen zu lassen, zog sich Roberto Grimm extra eine blaue Uniform samt Schirmmütze an und ließ in diesem Outfit die rote Fokker Runde um Runde am hellblauen Sonnenhimmel drehen. Doch sein Unikat kann er nicht zu jeder Zeit aufsteigen lassen. "Ich muss warten, bis Windstille herrscht", weiß der "Konstrukteur". Und so schlüpfte er am Samstag im passenden Moment auf die Startbahn, um seine rote Maschine auf eine kurze Reise über die grüne obervogtländische Hügellandschaft zu schicken.

Dort fanden sich vor zwölf Jahren einige Hobbybastler nahe deutsch-tschechischen Grenze zusammen, um ihren Modellclub zu gründen. "Mittlerweile sind wir 26 Leute", weiß Chefpilot Jürgen Rosin. Mit seiner Begeisterung steckte er auch Sprössling Marcel an, der die Schau am Samstag moderierte und den zahlreichen Besuchern fachkundige Erläuterungen zu den einzelnen Modellen gab. Marcel Rosin bastelt momentan neben Fliegern auch an einer Homepage des Clubs, die in Kürze gestartet werden soll. Während die Clubmitglieder einige Zeit nach der Vereinsgründung noch Flugzeuge, Schiffe und Autos zusammenbauten, die als drei Symbole auch das Vereinslogo zeichnen, fügen die Modellbauer heute Glasfasern, Aluminium, Holz, Folien und Edelstahl ausschließlich zu Flugzeugen zusammen.

"Maximal 25 Kilogramm darf ein Modell wiegen, egal ob es mit Verbrennungs-, Methanol- oder Elektromotor ausgestattet ist", weiß der Flugstaffelleiter. Am Samstag war es das erste Mal, das der Club neben seiner jährlichen Flugschau am Himmelfahrtstag noch eine weitere Veranstaltung auf seinem zugelassenen Fluggelände, gelegen zwischen Wernitzgrün und Eubabrunn, organisierte. Der Termin am Samstag hat keinen bestimmten Anlass, dieser habe sich so ergeben. Eine zweite Flugaktion soll jedoch künftig weiter im Jahreskalender der Bastelkünstler stehen.  kiwi