Werbung mit polizeilicher Erlaubnis

Viele Unternehmen investieren in auffällige Werbung. Martin Röder hat für sein Unternehmen eine besondere Strategie gewählt.

Plauen Der Versicherungsmakler, der bereits einige Jahre in Plauen tätig ist, wollte etwas Besonderes. Dabei war ihm auch das Firmenfahrzeug wichtig. 2015 hatte er dann eine Idee. Ein silberner Peugot, blau abgeklebt mit dem Schriftzug "Vision Makler" und "Verdächtig gute Produkte" sowie "Verdächtig gute Beratung" fiel im Stadtbild auf - ähnelte die Optik doch der von Polizeifahrzeugen. Wenig später wurde die Flotte mit um einen VW in gleicher Optik erweitert. 2016 kam ein Opel dazu und seit dem vergangenen Jahr fährt ein VW-Bus durch Plauen - der Fahrzeugtyp, den viele mit der Polizei verbinden. Oft wurde Martin Röder mit einem der Fahrzeuge angehalten. "Einige Polizeibeamte grüßten im Vorbeifahren, andere stoppten mich. Aber das erledigte sich mit wenigen Worten dann meist schnell", berichtet er, denn natürlich sicherte er sich bei seinem Vorhaben entsprechend ab. "Ich habe damals an die Polizeidirektion in Dresden geschrieben, ob etwas gegen die Beklebung der Fahrzeuge spricht. Die Entscheidung wurde nach Zwickau gegeben. Von dort kam ein Schreiben des Bürgerbeauftragten, dass gegen ein Bekleben unter Einhaltung der Vorschriften, nichts spricht.", lacht Röder.
Die Firma, die die Fahrzeuge beklebt achtet genau darauf, dass es ein anderes als das "Polizei-Blau" ist, dass die silberne Konturmarkierung und auch die gelben Streifen nicht reflektieren und ebenfalls andere Farbnummern wie die der Polizei haben. Das sei sogar mit bloßem Auge zu erkennen, sagt Röder. Aufschriften wie Polizei oder andere Symbole sind an seinen Fahrzeugen natürlich nicht zu finden. Rein vorsorglich hat Röder sich diese Genehmigung für jedes Auto separat von der Polizeidirektion Zwickau bestätigen lassen..
Kürzlich musste er bei einer Kontrolle das Schreiben zum ersten Mal aus dem Handschuhfach holen. Vorwürfe wie "Amtsanmaßung" lässt er nicht gelten. Auch die Behauptung, die Menschen könnten glauben es komme Hilfe durch die Polizei, weil das Fahrzeug das suggeriere, ist für ihn kein Argument, denn schließlich sind auch Fahrzeuge unterwegs, die denen der Feuerwehr ähneln.
Ein weiteres Modell steht übrigens bereits in den Startlöchern. Ein Mustang, der für ziemliches Aufsehen sorgen wird und bei manchem Polizeibeamten für einen neidischen Blick sorgen dürfte. Der "Flitzer" wird in den nächsten Tagen auf vogtländischen Straßen an den Start gehen. röss