Wer nicht spurt, bremst Skifahrer aus

Welche Gemeinde spurt oder spurt nicht. Das ist die Frage, die sich Langlauffreunde fürs Wochenende stellen. Wegen Corona haben sich manche Wintersportorte entschlossen, keine Loipen zu spuren. Damit wollen sie vermeiden, dass viele Menschen aufeinandertreffen. Der Vogtland-Anzeiger gibt einen Überblick.

Grünbach: Fast täglich sorgt Thomas Dietrich vom Sportverein Grünbach, Abteilung Wintersport dafür, dass die Loipe genutzt werden kann. Die Verhältnisse sind noch nicht optimal. Aber mit dem Skidoo des Vereins wird sie ausreichend präpariert. Erst wenn noch mehr Schnee gefallen ist, kann der Pistenbully der Gemeinde eingesetzt werden. Thomas Dietrich ist es wichtig, dass die Loipe nur von Menschen aus der Umgebung genutzt werden soll. "Wir bitten auswärtige Skiläufer, sich nicht hier zu tummeln", sagt er. Gleichzeitig verweist er daraus, dass die Polizei verstärkt kontrollieren wird, ob die Coronaschutzverordnungen eingehalten werden. Das gilt besonders für den 15-Kilometer-Radius. Die Loipe ist beliebt und auf dem Parkplatz stehen oft Fahrzeuge mit Zwickauer Kennzeichen oder aus dem Erzgebirge. Die Polizei wird auswärtige Fahrzeugführer ausfindig machen, warnt Thomas Dietrich. Derzeit ist sowohl die Ganzjahresloipe als auch die 5-km-Strecke gespurt. Die Anbindung Richtung Schöneck wurde bewusst nicht präpariert. Von Montag bis Freitag 20 Uhr ist die Nachtloipe beleuchtet. mros


Schöneck: "Die Loipen sind gewalzt", heißt es aus der Skiwelt Schöneck. Das gilt für die Loipenrundwege am Meiler (Imbiss hat geöffnet) bis in die Wälder nach Kottenheide. An die große Glocke wolle man aber das Wintersportangebot nicht hängen, denn auch in Schöneck wollen die Verantwortlichen Hotspots von Wintersportlern vermeiden. Das Telefon stehe nicht still, selbst aus Bayern fragen Skifahrer an. Geöffnet hat übrigens auch der Rodelhang an der Hohen Reuth. Nur der Zauberteppich steht still. Wer rodelt, muss nach der Abfahrt zu Fuß den Berg wieder hochlaufen.


Klingenthal/Mühlleithen: Mit der Bewerbung von Liften und Loipen hält sich die Stadt Klingenthal derzeit zurück. Der VSC Klingenthal wird seinen Kammloipenabschnitt solange die 15-Kilometer-Radius-Regel gilt, nicht spuren. Für einheimische Langläufer sollen die Loipen am Kiel präpariert werden sobald es noch etwa zehn Zentimeter Neuschnee gibt.


Eibenstock: Ein Blick in den benachbarten Erzgebirgskreis lohnt für Vogtländer, deren Zuhause nicht all zu weit von Eibenstock entfernt liegt. Die etwa 7 Km lange Ortsloipe am Ortsausgang von Eibenstock führt in Richtung Wildental. Auch die Kammloipe lädt ein für längere Touren. Auch wenn die Lifte und Hänge in der Skiarena Eibenstock geschlossen haben, wollen die Erzgebirger den Langlauf nicht ganz kappen. "Die, die kommen wollen, kommen sowieso", sagt Susanne Schlesinger von der Touristinfo. Dass es Kontrollen auf den Loipenparkplätzen geben wird, sei wahrscheinlich. Besonders ins Visier genommen werden die Autokennzeichen, vermutet die Mitarbeiterin.
Erlbach: Gewalzt wurden die Loipen am Hohen Brand, die eine Schneehöhe zwischen 15 und 20 Zentimeter haben. Befahrbar ist auch der Skiwanderweg zwischen Wernitzgün und Landwüst. Nicht möglich ist es, Grenze nach Tschechien zu überqueren.


Auerbach: Konsequent gegen das Loipenspuren hat sich die Stadt Auerbach entschieden. Das betrifft die Loipen in den Ortsteilen Beerheide (Sonnenloipe), Grünheide und Schnarrtanne. Dennoch ist Wintersport nicht ganz unmöglich: Der Rodelhang nahe des Waldparkes Grünheide wird schon seit dem ersten Schneefall um die Weihnachtsfeiertage gut besucht und berodelt.


Hammerbrücke: Skiwandern ist möglich auf der Berglandrundloipe sowie der Ortsloipe Hammerbrücke. Gewalzt ist die Nachtloipe in Hammerbrücke. Keinen Loipenbetrieb gibt es in Tannenbergsthal.
Plauen und Umland: Corona-Auflagen sind nicht der Grund, weshalb Metallbauer Michael Ebert und sein Kumpel Steffen Walther in dieser Saison noch nicht das 30 Kilometer lange Loipennetz zwischen Zwoschwitz, Kauswitz, Kobitschwalde bis Rößnitz und Neundorf gewalzt haben. Es liege an der noch zu geringen Schneemenge von 15 Kilometern, sagt Michael Ebert. Würde man jetzt walzen, würde das der gepflanzten Saat auf den Feldern schlecht bekommen und man die Bauern erzürnen. Ebert und Walther warten darauf, dass die Felder 30 Zentimeter Schnee bedeckt, dann ziehen sie mit Motorschlitten und selbst gebautem Spurgerät aus Stahlblechtafeln und Gehwegplatten auf die Felder. Um den Skifahrern genug Raum und damit Abstand zu geben, wollen die zwei Männer diesmal sogar noch Waldwege präparieren und für die Skifahrer freigeben. Damit gibt es viele Abzweige und Möglichkeiten, seine Tour, die bis Syrau führen kann, zu gestalten. Schade nur, dass die Gaststätten am Loipenrand geschlossen sind.