Wenn Mähndy Grüße schickt

"Viele Grüße aus dem Wellnessurlaub" stand auf der Weihnachtskarte, die einige Vogtländer vor ein paar Wochen in ihrem Briefkasten hatten. Doch der Absender war kein Mensch, sondern der eigene Mähroboter.

Von Stephanie Rössel

uerbach/Rebesgrün In immer mehr Gärten stehen Hundehütten oder Miniatur-Carports. Doch die sind weder für das Haustier, noch ein Fahrzeug, sondern für Hansi, Doll, Mähndy oder Mähpfisto. Im Übrigen alles sehr beliebte Namen für den Rasenroboter, der einen großen Teil des Jahres für einen optimalen Schnitt der Grünfläche sorgt. Viele sehen sie als festen Bestandteil der Familie oder des Haushalts. Oft werden sie sogar wie Haustiere behandelt. Das ist eine Art Trend geworden. Es gibt sogar ein Ranking der beliebtesten Namen.
"Bei allein 2800 Kunden kümmern wir uns aktuell um den Service und die Wartung", sagt Heiko Müller, Inhaber der Firma Rasomat, die er 1990 in Rebesgrün gegründet hat. Am Anfang waren es herkömmliche Rasenmäher, Rasentraktoren und auch Fahrräder um die sich das Unternehmen kümmerte. Immer mehr Produkte kamen dazu, das Lager wurde zu klein, deshalb verlagerte sich der Sitz nach Auerbach. Im Jahr 2004 kam der erste Rasenroboter auf den Markt. Solarbetrieben sei er noch von vielen Seiten belächelt wurden, erinnert sich Müller. Doch der Hersteller entwickelte das Ganze schnell weiter. Die nun seit vielen Jahren vollautomatischen Mäher, liegen seit gut fünf bis sechs Jahren voll im Trend, sagt der Fachmann. Aufgrund der Nachfrage erweiterte er auch das Team auf 15 Mitarbeiter. Speziell um die Rasenroboter-Kunden kümmern sich derzeit sieben Montageteams, die die Pflege der Mäher vor Ort, durch Abholung oder per Fernwartung übernehmen. So erklärt sich dann auch das sogenannte "Wellnessprogramm". Wir nutzen den Winter gerne dafür alle Geräte auf Vordermann zu bringen, sodass im Frühjahr alle ohne Probleme starten können. Irgendwann ist die Idee entstanden, dass wir keine herkömmlichen Weihnachtskarten oder Neujahrsgrüße an unsere Kunden senden. So kam es, dass die Mähroboter während ihrer Kur bei uns Karten schicken. Einige Kunden antworten sogar darauf", freut sich der 54-Jährige. Inzwischen habe man sich auch in der Firma daran gewöhnt, dass die Kunden anrufen und nicht sagen, dass der Roboter kaputt ist, sondern dies mit den Worten "Hugo ist krank" ankündigen. Die Auerbacher Fachleute arbeiten über die vogtländischen Grenzen hinaus und haben einen Service-Radius von 150 Kilometern. Das bedeutet beim "Winterwellness" treffen sogar Roboter aus anderen Bundesländern aufeinander. Natürlich geht es nicht nur um die Wartung und das Software-Update, sondern die Spezialisten stehen von der Beratung bis zur Umsetzung allen Leuten zur Seite, dich sich mit dem Gedanke tragen ein kleines "Elektro-Schaf" im Garten anzusiedeln.
Wie auch in anderen Branchen, sind derzeit Ersatzteile nur schwer oder gar nicht lieferbar. Heiko Müller ist froh, dass er im vergangenen Jahr auf ein gut sortiertes Lager zurückgreifen konnte und gut vernetzt ist in der Branche.
www.rasomat.de