Wenig Zuschauer bei Nationalcirkus in Reichenbach

Reichenbach - Kunststücke und Körperkunst, so kann man das Programm des Chinesischen Nationalcirkus umschreiben, der zum zweiten Mal im Reichenbacher Neuberinhaus gastierte. Dabei konnte der Veranstalter diesmal in keiner Weise an den großen Zuspruch vom Dezember 2008 anknüpfen.

 

Wurde damals sogar kurzfristig eine zweite Vorstellung am Nachmittag angesetzt, um alle Kartenwünsche erfüllen zu können, so klafften diesmal zahlreiche leere Reihen im Reichenbacher Veranstaltungstempel. Am Rang saß überhaupt niemand. Aber die Zuschauer, die gekommen waren, kamen trotzdem voll auf ihre Kosten. Ihnen präsentierten die Künstler aus dem Reich der Mitte zwei Stunden lang eine Mischung aus Clownerie und atemberaubenden "Verrenkungen". Fernöstliche Musik umrahmte das Programm.

Raoul Schoregge aus Westfalen, der seit vielen Jahren als Veranstalter des Chinesischen Nationalcirkuses auftritt und selbst aus einer alten Zirkusfamilie stammt, wirkt im Programm als Clown mit und sorgt damit für Abwechslung. Seine Aktionen, wenn er heimlich einen Apfel aufisst oder mit voller Wucht gegen eine Wand rennt, wirken echt und kommen beim Publikum sehr gut an. Insgesamt hat die Show das Temperament einer modernen Tanzshow, die Perfektion eines olympischen Turniers, die mentale Kraft meditativer Kampfkunst und zu allem die Poesie des klassischen Balletts.

 

Sehr viel Beifall, immer wieder auch mitten im Programm, belohnte die Akteure auf der Bühne und minderte vielleicht die Enttäuschung über den mageren Zuspruch an der Veranstaltung wenigstens ein bisschen. ina