Wenig Interesse am Leben der Gauchos

Der Auftakt am Himmelfahrtsabend war großartig und versprach viel für die erste "Fiesta Argentina" im Konventgebäude des Komturhofes. Die Hoffnungen auf einen echten Run auf die argentinische Lebensart wurden jedoch nicht erfüllt - nur wenige Plauener nutzten die Chance zum "Reinschnuppern" in den Stil der "Gauchos".

Von Ingo Eckardt

Plauen - So blieb das lange Wochenende im Zeichen des Tangos und anderer argentinischer Volkstänze eine Nische für ein speziell interessiertes Publikum. Damit nicht nur die Tänzer auf ihre Kosten kommen konnten, gab es auch original argentinisches Essen und leckere Weine. In diversen Workshops konnte man unter anderem Grundbegriffe der spanischen Sprache erlernen. Gestartet war das lange argentinische Wochenende am Donnerstagabend - in der Galerie im Malzhaus - mit einem Konzert des Orchestra Tipica "El Affronte" aus Buenos Aires. 
Petra Lemnitzer vom "tango argentino"-Verein Plauen holte mit ihren Mitstreitern für ein paar Tage Argentinien nach Plauen. Ab dem Freitag machte der Gaucho-Tross Station am Konventgebäude des Komturhofvereines. Am Freitagmittag starteten die Tangotänzer ins Workshop-Geschehen. Argentinische Folklore, Tango in seinen Facetten, Milonga und Candombe, Frauen- und Männertechniken wurden vermittelt. "Der typisch argentinische Tango-Stil unterscheidet sich doch deutlich von dem, was hierzulande in Tanzschulen vermittelt wird. Da wird weniger der Figurentanz gelebt und vielmehr das Gefühl für die Rhythmik in den Vordergrund gestellt", erläutert die Plauener Argentinien-Fachfrau. Sämtliche Tanzworkshops wurden von Norma Gomez Tomasi und Ernesto Carmona geleitet, die in Buenos Aires eine renommierte Tanzschule betreiben.
Am Samstag hatte man dann auf ein großes interessiertes Plauener Publikum gehofft. Doch nur wenige versuchten, erste eigene Schritte in Richtung Argentinien-Lebensgefühl zu machen. Eine "Ceremonia a la Pachamama" - ein traditionelles Ritual - war zu erleben. Eine Videopräsentation bot auch schöne Bilder des südamerikanischen Sehnsuchtslandes. "Todos Juntos" zeigte auf, dass argentinischer Tanz ein weltweites Phänomen ist - denn die Ausführenden kamen aus Moskau. Von ihnen erhielten Interessierte eine Einführung in argentinischen Tango, einen Percussionkurs, Folklore-Tänze namens Chacarena und Candombe wurden gelehrt. Am Abend startete die "Fiesta Argentina" dann richtig durch - unter Beteiligung von knapp vier Dutzend Besuchern. Das Konzert mit Pablo Woiz & Milonga Roots lud ein, das Tanzbein zu schwingen. Dazu gab es auch original argentinisches Essen. Am Sonntag endete der viertägige Ausflug nach Südamerika mit einem weiteren Workshop-Tag.