Wenig Blicke hinter die Kulissen

Man kann sicher trefflich streiten, ob es glücklich ist, einen "Tag der offenen Tür" im Theater ausgerechnet sonntags über die Mittagszeit anzusetzen. Vielleicht war es genau diese Tatsache, die für eine überschaubare Resonanz am gestrigen Sonntag am und im Plauener Musentempel sorgte.

Von Ingo Eckardt

Plauen Ab 11 Uhr hatte man Theaterfans eingeladen, vor dem Start der ersten Saison-Highlights einmal hinter die Kulissen des Musentempels zu blicken. So führte man die Besucher in einer Matinee in die Jurek Becker-Komödie "Wir sind auch nur ein Volk" ein. "Das ist ja so eine Art Kernstück, der Beitrag zum Jubiläum der Friedlichen Revolution", sagt Theater-Öffentlichkeitsarbeiterin Carolin Eschenbrenner. Dabei geht es um ein spannendes Stück deutsch-deutscher Kennenlern-Geschichte, das am kommenden Samstag Premiere hat.
Im Löwel-Foyer ging es um Klangerlebnisse für Klein und Groß unter dem Titel "Der tönende Märchenwald" und wer mochte, konnte sich einer Werkstattführung anschließen. Wer es eher ruhig angehen wollte, ließ es sich auf dem Theaterplatz bei selbst gebackenem Kuchen und angenehm chilligen Jazzsounds von Frank Gareis und seinen Kollegen aus dem Theaterorchester - als "Triologie"-Ensemble bekannt - gutgehen. Hier konnte man auch Kostüme erwerben, die einst auf der Bühne zu sehen waren und die man nun nicht mehr benötigt. Requisiteur Tino Helbig hatte sogar eine kleine Garderobe parat, wo man die guten Stücke anprobieren konnte. Später folgte eine öffentliche Probe des Ballett-Stückes "Giselle" von Annette Göhre, die mit ihren Tänzern auf der Hauptbühne die einzelnen Schritte präsentierte, korrigierte, selbst vorführte und dem Publikum ganz nebenbei noch die einzelnen Herausforderungen nahe brachte. Späterhin war auch der Theaterchor zu hören, der Händels "Messias" probte. Im Löwel-Foyer wurde der Wolkenapparat vorgestellt und bei einer Bühnenführung konnten die Besucher einen wirklichen Blick "hinter die Kulissen" werfen. Vielleicht setzt man den Termin kommende Saison etwas glücklicher an - vielleicht eher nachmittags, wenn die Vogtländer einen Verdauungsspaziergang nach Sauerbraten und Klößen gut gebrauchen können.