Wendebus macht in Plauen Station

,,Ich habe das Gefühl, das Richtige im richtigen Moment getan zu haben", ist von Thomas Küttler aus Leipzig zu lesen. Er ist einer der Zeitzeugen, die zur Ausstellung ,,Unser Aufbruch 1989/2000" beigetragen haben. Ein Bus der Kölner Verkehrsbetriebe, der ausgedient hatte, wurde umgebaut und tourt nun als Museumsbus durch Sachsen. Noch bis zum Donnerstag macht er am Altmarkt Station.

 

Auf 18 Metern Länge gibt es Fotos, Berichte, originale Dokumente, Videos und Animationen zu den Ereignissen der damaligen Zeit und zum Jubiläum ,,20 Jahre Friedliche Revolution" zu sehen. Mit Fördermitteln unterstützt der Freistaat Sachsen geschichtliche Projekte. So entstand in Kooperation der Sächsischen Staatskanzlei und dem Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen das Konzept zur ,,Wende-Ausstellung". Diese zielt nicht primär auf eine vollständige Chronologie der Ereignisse in Sachsen. Es werden vielmehr für die Umbruchzeit typische Situationen herausgegriffen.

Dies betrifft sowohl die ausgewählten Personen als auch die Orte, die exemplarisch für die Gesamtentwicklung stehen. Die Behandlung der Themen erfolgt vorwiegend anhand der Darstellung einzelner Menschen und ihres Widerstandes gegen die SED-Herrschaft. Eine Gliederung in drei Bereiche vermittelt Eindrücke vor, während und nach der politischen Wende. Bilder und Briefe zeigen, was die Menschen bewegt und bedrückt hat. Ob Bilder von Espenhain oder die Wartelisten für den Trabant - bei vielen ehemaligen DDR-Bürgern werden sicher Erinnerungen wach.

Auf Bildschirmen laufen Filme und Dokumentationen von den Menschen, die auf die Straße gegangen sind. Über ein Bedienfeld kann mit digitalen Sachsenkarte auf die jeweilige Stadt zugegriffen werden, bei der durchaus die Möglichkeit besteht, sich selbst in den Mengen zu entdecken.

Der dritte Bereich beschäftigt sich mit dem, was in dieser Zeit und auch danach passiert ist. Alte Mark-Scheine, der typische blaue Ausweis und Seiten aus Tagebüchern vermitteln oft ganz persönliche Eindrücke. Eine bewegende Geschichte, die als Aufbruch und Selbstbefreiung erlebt wurde. Eine Diktatur wurde mit friedlichen Mitteln beseitigt und ein Geheimdienst durch Bürgerkomitees entmachtet.