Wema Vogtland in Plauen wächst durch Umbau

Die Wema Vogtland Technology GmbH ist Weltmarktführer bei Umbauten und Überholungen von Werkzeugmaschinen. Die Auftragsbücher sind voll, das Personal aufgestockt. Und dann ist ja noch ein Umzug geplant - im 70. Jahr der Wema-Geschichte, von der ein Jahrzehnt dem neuen Eigentümer gehört.

Plauen - Die Erfolgsgeschichte der Wema Vogtland Technology beginnt 2009, als Andreas Quak mit seiner saarländischen SVQ GmbH, zu der Maschinenbaufirmen im In- und Ausland gehören, als geschäftsführender Gesellschafter das Ruder in dem insolventen Traditionsbetrieb übernahm und einen neuen Kurs ansteuerte.

Statt Sondermaschinen und Taktstraßen neu zu bauen, wurden von nun an die Werkzeugmaschinen rund um den Erdball von Wemaranern überholt und umgebaut. Das Plauener Unternehmen hat sich zugleich als Teil der weltweit agierenden Global Retool Group (GRG), von der auch Quak Hauptgesellschafter ist, erfolgreich entwickelt.

"Mit den Umbauten und Überholungen von Werkzeugmaschinen und hochkomplexen Fertigungsanlagen liegen wir genau im Trend der produzierenden Industrie, weil sie so mit geringer Investition vorhandene Produktionsanlagen weiter verwenden kann. Das ist eine wirtschaftliche und nachhaltige Alternative zur Neubeschaffung", sagt Michael Arendt, der seit April 2017 als Geschäftsführer in Plauen arbeitet. Der 54-jährige Nordrhein-Westfale hat 25 Jahre in verschiedenen Unternehmen in Führungsetagen deutschlandweit und in den USA gewirkt.

Dabei hatte er 2001 auch schon die Wema kennen gelernt, als es um eine Kooperation ging, die aber nicht zustande kam. "In der Branche kennt man sich, sie ist wie ein kleine Familie", lacht er. "Nun bin ich in Plauen und freue mich, wie sich die Wema Vogtland Technology kontinuierlich entwickelt. In der GRG-Gruppe haben wir in Plauen das jahrzehntelang erworbene Know how der Konstrukteure und Technologen und sind so die Entwicklungszentrale.

Zugleich haben wir Produktionsstandorte in den USA seit 2010 für den nordamerikanischen Markt, in China seit 2015 für den asiatischen und in Italien seit 2016 für den südeuropäischen Markt. Wema Vogtland ist so in diesen Ländern auch an den Werktoren zu lesen", erzählt Arendt. In Italien möchte man sich auf das neue Angebot, die Überholung und den Umbau von Schleifmaschinen spezialisieren. Alleine in Plauen zählt die Wema Vogtland Technology rund 120 Mitarbeiter und sucht weiter nach qualifizierten Fachkräften und Lehrlingen. Aktuell gibt es sechs Azubis, vier sollen in diesem Jahr dazu kommen.

Die Spezialisierung auf Umbauten und Überholungen werde sich laut Arendt auch in den nächsten Jahren auszeichnen. "Jedes Fertigungsunternehmen ist eigentlich unser Kunde. Zwar ist die Automobilindustrie noch unser Hauptabnehmer, weil dort auch die Entwicklung beispielsweise in neuer Antriebstechnik rasant vorangeht und die Maschinen dem angepasst werden müssen, aber auch im allgemeinen Maschinenbau wächst die Zahl der Aufträge. Gerade haben wir eine Serie von Aufträgen aus dem Sanitär- und Installateurbereich, bauen Fertigungsanlagen für Rohrleitungsteile.

Wir sind ja auch flexibel, bieten Überholungen für Unternehmen mit kleinen Serien genauso an wie komplexe Überarbeitungen von Produktionsanlagen", sagt Arendt. Neu etabliert werde die Umrüstung auf digitale Fertigung für Industrie 4.0. "Wir bieten gemeinsam mit einem Software-Anbieter Datenspeicherung an, die bis zur bedarfsgerechten Instandhaltung alles im Auge behält. Solche Lösungen sind in der Branche einmalig, und deshalb ist die Resonanz schon jetzt sehr groß", fügt Arendt hinzu.

Gegenwärtig wird nicht nur an neuen Maschinen, sondern auch an einem neuen Firmensitz für die Wema Vogtland Technology gearbeitet. "Im Mai wollen wir umziehen - in das ehemalige KoBü (steht für Konstruktionsbüro)", sagt der Geschäftsführer und auch, dass dort bereits im Erdgeschoss Lager und Vormontage ein Domizil gefunden haben. Ein komplett neuer Messraum mit einer größeren Messmaschine ist auch schon installiert. "Früher gehörte der Wema das Gebäude mit dem markanten Turm alleine. Mittlerweile sind viele Flächen vermietet.

Damit sind auch unserer Mitarbeiter im Haus verstreut. Wir wollen uns wieder als ein Unternehmen konzentrieren und ziehen deshalb in den sanierten und modernisierten Bürokomplex", schildert Arendt. Das Haus hat schon eine fast 100-jährige Geschichte. "Aktuell schreitet der Umbau des 1. und 2. Obergeschosses zügig voran. Der Umbau der gesamten Konstruktion und Verwaltung wird nach Fertigstellung im Mai stattfinden", so Arendt. Die Fertigung werde folgen. "Wir bauen neben dem KoBü in einem zweiten Bauabschnitt eine neue Produktionshalle. Die Planung steht", verrät er weiter.

"Bei ihrer Gründung war die Wema Vogtland Technology noch Mieter im Gewerbepark Wema. Mittlerweile ist ein Großteil der Immobilie in der Schenkendorfstraße unser und wird durch die Wema Invest GmbH verwaltet", sagt Arendt. Mehr als zehn Mieter haben sich im Gewerbepark angesiedelt, auch im Wema- Turm und der einstigen Pförtnerloge. Und weitere Mieter werden gesucht, wenn die Wema Vogtland Technology GmbH aus dem langjährigen Unternehmenssitz umzieht ins KoBü.

70 Jahre ist die Geschichte der Wema in Plauen lang. Hervorgegangen aus der Vomag wurde am 12. Oktober 1948 die Maschinenfabrik Vogtland gründet. Damals mit Sitz in der Stresemann-Straße, noch heute bekannt als alte Wema. 22 Beschäftigte zählte der Betrieb damals. Übrigens für die Druckmaschinensparte der Vomag entstand ebenfalls 1948 die Plamag, deren Geschichte vor einigen Jahren endete. "Unser 70. Jubiläum werden wir mit unseren Mitarbeitern feiern - und zugleich die Einweihung unseres neuen Gebäudes", verspricht der Geschäftsführer. Gut gefüllte Auftragsbücher und ein Umsatz im zweistelligen Millionenbereich sind weitere Gründe.